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Schleswig-Holstein

11. Dezember 2016 | 13:00 Uhr

Bescheidene Werte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Jahr vor den Landtagswahlen liegen SPD und CDU gleichauf

Worauf es Wählern ankommt, haben die jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz deutlich gezeigt: Es geht weniger um die „richtige“ Partei – sondern vielmehr um solides Regieren. Sowohl Winfried Kretschmann von den Grünen als auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer von der SPD haben mit ihrer Arbeit überzeugt und konnten bei den Wählern punkten. So gesehen sind die Umfragewerte ein gutes Jahr vor der anstehenden Landtagswahl in Schleswig-Holstein für SPD und CDU gleichermaßen enttäuschend.

Ministerpräsident Torsten Albig und die SPD liegen bei der Sonntagsfrage mit 28 Prozent der Stimmen zwar deutlich über den bundesweiten Umfragewerten von zuletzt knapp 20 Prozent. Aber: Gemessen an der Landtagswahl 2012 verzeichnen die Sozialdemokraten Stimmenverluste. Auch die Zufriedenheitswerte für Albig selbst sind keineswegs überragend. Albig, der eher präsidial regiert, oft pastoral auftritt und die politische Auseinandersetzung gerne dem Fraktionschef und heimlichen zweiten Ministerpräsidenten Ralf Stegner überlässt, hat wenig überraschend „deutlich Luft nach oben“, wie er selber zugibt.

Das allerdings sind noch freundliche Werte gegenüber dem designierten Herausforderer von der CDU, Ingbert Liebing. Nur jeder zehnte Wähler ist von dem Bundestagsabgeordneten überzeugt. Für die wesentlich bessere Wahl wird Fraktionschef Daniel Günther gehalten, um gegen Albig bestehen zu können. Mit 28 Prozent liegt die CDU zwar gleichauf mit der SPD. Für die Christdemokraten aber gilt: Von Aufbruchstimmung keine Spur, die Partei bleibt blass wie ihr Spitzenkandidat.

Dass Persönlichkeiten entscheidend sind, beweisen die FDP mit ihrem Frontmann Wolfgang Kubicki ebenso wie die weiter erstarkenden Grünen. Abzuwarten bleibt, wie sich der Abschied von Robert Habeck aus der Landespolitik für den Juniorpartner in der Küstenkoalition auswirken wird.

Am Ende könnte es im Mai 2017 das Glück von Torsten Albig sein, dass ein wenig konkurrenzfähiger CDU-Spitzenkandidat gegen ihn antritt. Ingbert Liebing eilt bislang der Ruf des eher konturenlosen Herausforderers voraus. Diese Schwäche dürften Albig  &  Co. in den kommenden zwölf Monaten reichlich nutzen, um sich selbst stark zu reden.

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erstellt am 18.Apr.2016 | 08:52 Uhr

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