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Schleswig-Holstein

10. Dezember 2016 | 21:39 Uhr

Nach „Die Höhle der Löwen“ 2016 bei VOX : Bei Kieler „Scuddy“-Erfindern steht das Telefon nicht mehr still

vom
Aus der Onlineredaktion

Mit ihrer Elektroroller-Idee begeisterten Jörn Jacobi und Tim Ascheberg die Jury. Ein Halstenbeker Frauenarzt hatte weniger Glück.

Kiel/Halstenbek | Voller Erfolg für zwei Kieler in der „Höhle der Löwen“: In der am Dienstagabend ausgestrahlten Vox-Sendung können Jörn Jacobi (33) und Tim Ascheberg (35) überzeugen - und zwei Investoren für ihr Start-up gewinnen. Die Idee der beiden: ein faltbarer Elektroroller namens „Scuddy“. Der Gründer des Onlineshops „Wizardo“, Dr. Steffen Oppermann aus Halstenbek, hatte dagegen weniger Glück.

„Scuddy“: Die Erfindung aus einer Kieler Hinterhofwerkstatt

Auch die Löwen testeten den „Scuddy“ - für die Kieler Erfinder Jörn Jacobi und Tim Ascheberg war die Sendung ein Erfolg.
Auch die Löwen testeten den „Scuddy“ - für die Kieler Erfinder Jörn Jacobi und Tim Ascheberg war die Sendung ein Erfolg. Foto: VOX
 

Schon während ihrer Abschlussarbeit an der FH Kiel haben Jörn Jacobi und Tim Ascheberg die Idee zu ihrem „Scuddy“ entwickelt. Mit dem Auftritt in „Die Höhle der Löwen“ - jener Show, die jungen Firmen mit einer guten Idee die nötige finanzielle Unterstützung bieten soll - wollten Jacobi und Ascheberg ihr Unternehmen bekannter machen. Mit Erfolg: Gleich zwei Investoren stiegen mit ein.

Doch warum wollten die Erfinder zunächst gerade einmal einen Euro für zehn Prozent ihres Unternehmens? „Wir wollten die Löwen mit dem Deal aus der Reserve locken“, erzählt Jacobi am Morgen nach der Ausstrahlung. „Das war schon als Marketing-Coup gedacht.“ Und der zeigt offenbar Erfolg: Das Telefon in der Firmenzentrale in der Kieler Michelsenstraße 2 steht am Mittwochmorgen nicht mehr still. Doch damit hatten die beiden Jungunternehmer gerechnet: Aufgrund des späten Sendetermins hätten sie genügend Zeit gehabt, sich auf den Ansturm vorzubereiten.

 

Jochen Schweizer und Ralf Dümmel werden Teil der Firma - und beide sollen ihren Teil zum weiteren Erfolg des „Scuddy“ beitragen: Mit Hilfe des Managers Dümmel wolle man die Roller weiterentwickeln. Mit Jochen Schweizer, der vor allem für Abenteuer-Reisen bekannt wurde, wolle man das Mietgeschäft ankurbeln. Ihr Deal: 25,1 Prozent für 100.000 Euro.

Übrigens: Auch der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer machte den Kielern ein Angebot: Er wollte für einen Euro in die Firma einsteigen und Geld dazugeben, wenn es gebraucht würde. Doch darauf ließen sich die Jungunternehmer nicht ein - mussten sie ja nicht.

Jörn Jacobi und Tim Ascheberg kennen sich übrigens schon lange: Sie haben nicht nur gemeinsam an der Kieler Fachhochschule BWL und Maschinenbau studiert, sondern bereits gemeinsam Abi gemacht. Ihre Firma gibt es seit zwei Jahren. In ihrer Werkstatt beschäftigen die beiden mittlerweile vier Mitarbeiter - produziert wird in einer Hinterhofwerkstatt, „ganz wie man sich das vorstellt“.

Die Mitarbeiter von Jochen Schweizer haben den „Scuddy“-Roller - der übrigens je nach Modell bis zu 35 Stundenkilometer schnell werden kann - schon getestet. Wie er in Action aussieht, sieht man in diesem Video:

Gynäkologe aus Halstenbek findet keinen Investor -  und nimmt die Clowns aus dem Programm

Steffen Oppermann hat seinen TV-Auftritt nicht bereut und viele wertvolle Tipps der Löwen mitgenommen.

Steffen Oppermann hat seinen TV-Auftritt nicht bereut und viele wertvolle Tipps der Löwen mitgenommen.

Foto: VOX
 

Für Steffen Oppermann lief der Abend dagegen weniger erfolgreich: Er fand für sein Start-up „Wizardo“, das Masken und Kostüme verkauft, keinen Investor. Und trotzdem: Aufmerksamkeit ist dem Gründer, der ausgebildeter Gynäkologe ist, dennoch sicher. „Wir haben schon viele Anfragen bekommen“, erzählt der 40-Jährige am Mittwochmorgen. Anfangs sei er schon enttäuscht gewesen, dass es nicht mit der erhofften Unterstützung geklappt hatte, er habe sich aber schnell wieder gefangen.

Die Gründe für die Absage sieht er darin, dass seine Firma vor allem Saisonware für Karneval und Halloween produziert, mit insgesamt vielen verschiedenen Produkten. „Da ist es schwierig, für einen Investor den Überblick zu behalten“, glaubt Oppermann. Als Geschäftsmann müsse man auch mal mit Rückschlägen umgehen. „Dann heißt es aufstehen und weitergehen“, sagt der zweifache Familienvater.

Aufgeben will er nicht und seinen Onlineshop weiter ausbauen. Das dauere nun eben etwas länger als geplant. Zudem wird Oppermann ab Januar wieder als Frauenarzt arbeiten und mit der Arbeit an den Masken weiter seine künstlerische Seite ausleben. Dass er an der Sendung teilgenommen hat, bereut er keineswegs. „Ich habe viele gute Tipps von den Löwen bekommen“, erzählt der Mediziner. „Und mir hat es viel Spaß gemacht.“

Übrigens: Die Clownsmasken, die er noch bis vor Kurzem verkauft hat, hat er mittlerweile komplett aus dem Programm genommen - und dafür viel Zuspruch bekommen. (Auf dieser Karte finden Sie eine Übersicht über die Clown-Attacken der letzten Tage).

 

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erstellt am 26.Okt.2016 | 12:05 Uhr

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