zur Navigation springen

Schleswig-Holstein

10. Dezember 2016 | 08:07 Uhr

Verdi in Schleswig-Holstein : AWO-Mitarbeiter demonstrieren für einheitlichen Tarifvertrag

vom

Die Polizei und die Gewerkschaft Verdi sprachen von etwa 650 Demonstranten, neun Kindergärten waren geschlossen.

Kiel | Hunderte Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aus ganz Schleswig-Holstein haben am Donnerstag in Kiel für bessere Bezahlung und einen einheitlichen Tarifvertrag demonstriert. Die Polizei und die Gewerkschaft Verdi sprachen von etwa 650 Demonstranten. Es könne nicht sein, dass bei der Awo Erzieherinnen, die in der Jugendhilfe arbeiten, fast 20 Prozent weniger bekommen als Erzieherinnen in Kitas der Awo, sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Hooke. Verdi hatte landesweit zu dem Warnstreik aufgerufen. Neun Kindergärten in mehreren Städten seien deswegen geschlossen gewesen, sagte Hooke.

Die Gewerkschaft fordert für alle 4000 Mitarbeiter der mehr als 150 Awo-Betriebe im Norden einen einheitlichen Tarifvertrag und bis 2020 eine Angleichung aller Löhne an das Niveau des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes. Die Erzieherinnen in Kitas bekämen bereits den entsprechenden Lohn, nicht aber in anderen Einrichtungen. Im Pflegebereich liege die Bezahlung etwa 12 Prozent unter der des öffentlichen Dienstes.

Awo-Geschäftsführer Michael Selck wies die Verdi-Forderungen als nicht erfüllbar zurück. Nur 30 Prozent der Anbieter im Pflegebereich seien noch tarifvertraglich gebunden und etwa 40 Prozent in der Jugend- und Familienhilfe. „Wir bräuchten einen Branchentarifvertrag im Sozialbereich, da stehen wir an der Seite von Verdi“, sagte Selck.„Die Awo als ein Anbieter kann nicht einfach in Vorleistung gehen.“

Die Awo hat die Tariferhöhung von 2,4 Prozent im öffentlichen Dienst für das pädagogische Personal übernommen. Zudem hat die Awo 5 Prozent mehr Geld in 24 Monaten angeboten - 3,5 Prozent ab 1. Januar 2017 und weitere 1,5 Prozent ab 2018.

Verdi fordert neben dem einheitlichen Tarifvertrag 6,5 Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. Juli 2016. Das sei nicht möglich, sagte Selck. „Denn wir haben mit den Kostenträgern im Sozial- und Gesundheitsbereich ausgehandelte Verträge, die sich nicht im Nachhinein ändern lassen.“ Die Verdi-Tarifkommission will am 26. Oktober entscheiden, ob sie die Verhandlungen wieder aufnimmt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Warnstreiks folgen, sagte Hooke. Das Wort Urabstimmung wolle er noch nicht in den Mund nehmen. Jetzt seien die Beschäftigten dran.

zur Startseite

von
erstellt am 20.Okt.2016 | 15:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen