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Schleswig-Holstein

10. Dezember 2016 | 04:20 Uhr

Neue Berechnungen vom GdV : Autofahrer mit „PI“ haben die meisten Unfälle in SH

vom

Etwa 12.200 Unfälle gab es im Kreis Pinneberg von 2011 bis 2015. Ein Unfall verursacht im Durchschnitt 3068 Euro Kosten.

Pinneberg/Kiel | Böse Zungen haben ja immer schon behauptet, dass die Autofahrer mit dem Kennzeichen „PI“ nicht zu den besten gehören und die beiden Buchstaben nicht nur für Pinneberg stehen, sondern für verbale Beschimpfungen, die hier nicht wiederholt werden sollen. Ausgerechnet aber der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) bestätigt nun ungewollt dieses Klischee mit neuen Berechnungen: Demnach bauen die Autofahrer im Zulassungsbezirk Pinneberg so viel Unfälle wie kein anderer Kreis in Schleswig-Holstein.

71 von 1000 zugelassenen Fahrzeugen waren im Kreis Pinneberg zwischen 2011 und 2015 in einen Unfall verwickelt. Bei derzeit 171.495 zugelassenen Autos im Kreis Pinneberg sind das etwa 12.200 Unfälle im genannten Zeitraum. Dabei spielt es für die Berechnung der Kfz-Haftpflichtversicherung keine Rolle, wo der Unfall passiert. Entscheidend ist das Kennzeichen des Autos, das in einen Unfall verwickelt ist.

Die Kreis-Pinneberger kommt die Unfallhäufigkeit als eine von verschiedenen Faktoren für die Höhe des fälligen Versicherungsbeitrags teuer zu stehen. Sie werden ab 2017 in die Regionalklasse 8 von insgesamt 12 möglichen eingestuft. Dazu im Vergleich liegen alle anderen Regionen Schleswig-Holsteins deutlich günstiger: Für fast die Hälfte der Autofahrer in Schleswig-Holstein gelten weiterhin die niedrigsten Regionalklassen 1 und 2.

Im Vergleich zum Vorjahr profitieren Versicherte in Dithmarschen von einer niedrigeren Regionalklasse, höhere Einstufungen ergeben sich für Neumünster und Lübeck. In der Vollkaskoversicherung rutschen Ostholstein, Steinburg und Stormarn in eine höhere Klasse, Vollkaskoversicherte in Flensburg und Teilkaskoversicherte in Dithmarschen und Plön profitieren von einer besseren Einstufung.

Rein rechnerisch verursacht jeder Unfall im Kreis Pinneberg durchschnittlich 3068 Euro Kosten, woraus sich mit der Unfallhäufigkeit der Schadensbedarf für die Kfz-Versicherungen ergibt. Im Kreis Pinneberg liegt der aktuell bei 217,50 Euro für jedes versicherte Fahrzeug. In Itzehoe beträgt der Bedarf nur 180,80 Euro, in ganz Deutschland 207 Euro.

Bewerten möchte der GdV die regional  unterschiedlich ausfallende Unfallbilanz nicht: „Es lassen sich nur schwerlich Rückschlüsse über das Fahrverhalten der Autofahrer im jeweiligen Zulassungsbezirk ziehen“, sagen Sprecher Hasso Suliak.

In Hamburg müssen Autofahrer noch tiefer für ihre Kfz-Haftpflichtversicherung in die Tasche greifen: Nach der aktuellen Regionalstatistik  wird Hamburg wie im Vorjahr in der höchsten Regionalklasse 12 eingestuft und liegt damit gleichauf mit Berlin und München. Der Grund für diese Einstufung sei die hohe Zahl von Verkehrsunfällen aufgrund der in Ballungszentren höheren Verkehrsdichte.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 06:42 Uhr

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