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Schleswig-Holstein

31. Mai 2016 | 02:05 Uhr

Landgericht Kiel : Aussetzung abgelehnt: Prozess gegen Pfandhaus-Räuber findet statt

vom
Aus der Onlineredaktion

Einen dritten Neuanfang im Prozess gegen eine mutmaßliche Juwelenräuber-Bande wird es nicht geben.

Schleswig/Kiel | Der Prozess gegen zwölf mutmaßliche Juwelenräuber aus Litauen wird stattfinden. Einen erneuter Antrag von Verteidigern auf Aussetzung des Verfahrens oder zumindest die Wiederholung einiger Verhandlungstage wies die Große Strafkammer des Landgerichts Kiel, die aus Platzgründen in Schleswig verhandelt, am Dienstag zurück. Die Verteidiger hatten bemängelt, dass vor dem eigentlichen Sitzungssaal in Kiel ein öffentlicher Aushang über den Prozess gefehlt habe.

Einige der Männer, die im vergangenen Jahr bundesweit Überfälle auf Juweliere und Pfandleihen geplant und verübt haben sollen, gelten als gefährlich. Einer von ihnen soll auch an der gescheiterten Geiselnahme im Lübecker Gefängnis Weihnachten 2014 beteiligt gewesen sein.

Der Kammervorsitzende Carsten Tepp sagte in seiner Begründung unter anderem, es sei nur in einem sehr eingeschränkten Umfang damit zu rechnen gewesen, dass interessierte Menschen den Verhandlungsort nicht kennen. So sei bereits im Vorfeld der Hauptverhandlung gerade wegen der Verlegung nach Schleswig viel über den Prozess und seine Verlegung berichtet worden. „Das bedeutet im Ergebnis, wir werden nichts wiederholen, sondern weiterverhandeln“, sagte Tepp.

Die Anwälte „respektierten die Entscheidung, die auch Chancen birgt“. Nämlich die, dass der Bundesgerichtshof (BGH), der angerufen werden könnte, der Argumentation der Kammer nicht folgt und ein späteres Urteil kassiert. Der BGH hat nach Angaben einer Gerichtssprecherin über solch einen Fall, bei dem von Beginn an an einem anderen Ort verhandelt wurde, noch nie entschieden.

Es ist bereits das zweite Verfahren gegen die Männer im Alter zwischen 22 und 40 Jahren, das unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfindet. Der erste Prozess war Anfang Oktober 2015 nach einer Besetzungsrüge gegen das Gericht geplatzt - bei der Besetzung der Schöffen war ein Formfehler unterlaufen. Die Staatsanwaltschaft Kiel wirft den Angeklagten in dem Prozess mit rund 60 Verfahrensbeteiligten vor, in wechselnder Zusammensetzung mehrere brutale Überfälle begangen und geplant zu haben, darunter auf ein Pfandleihhaus in Kiel und einen Juwelier in Düsseldorf.

Sie erbeuteten Schmuck, Uhren und Geld im Wert von gut einer halben Million Euro. Auch in München wollten sie angeblich zuschlagen, sie wurden jedoch kurz vorher festgenommen. Koordiniert und geplant wurden die Taten laut Anklage von Berlin aus.

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erstellt am 19.Jan.2016 | 14:31 Uhr

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