zur Navigation springen

Schleswig-Holstein

03. Dezember 2016 | 03:32 Uhr

Interaktive Karte : Arbeitslosigkeit in SH und Hamburg im Oktober weiter gesunken

vom

Goldener Oktober für den Arbeitsmarkt: Im Norden fällt die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten Stand seit Jahren.

Kiel/Hamburg | Die Arbeitslosigkeit hat in Schleswig-Holstein weiter abgenommen. Ende Oktober waren im nördlichsten Bundesland 88.600 Menschen ohne festen Job und damit 4,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das ist die niedrigste Zahl in einem Oktober seit 24 Jahren. Wie die Agentur für Arbeit am Mittwoch weiter berichtete, betrug der Rückgang zum Vormonat September 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 5,8 Prozent. Der Rückgang zum Vorjahr sei stärker ausgefallen als in den letzten drei Jahren, sagte die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann.

Die kräftige Herbstbelebung habe sich im Oktober fortgesetzt. Dies zeige nicht nur der Rückgang der Arbeitslosenzahl. Eine deutliche Zunahme der Stellenmeldungen dokumentiere eine ungebrochen hohe Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Die Arbeitskräftenachfrage liege spürbar über dem Niveau des Vorjahres.

„Speziell die Gruppe der unter 25-Jährigen hat von dieser Einstellungsbereitschaft profitiert“, stellte Haupt-Koopmann fest. Die Betriebe hätten die Chance genutzt, Ausbildungsplätze zu besetzen oder junge Fachkräfte zu übernehmen, die nach der Ausbildung nicht übernommen worden waren.

Seit Jahresbeginn haben die Betriebe den Arbeitgeberserviceteams der Arbeitsagenturen und Jobcenter 62.600 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das waren 5000 oder 8,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Nur Berlin hatte einen noch stärkeren Zuwachs. Nach den aktuellsten Zahlen vom August stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf 946.000. Die kräftigsten Zuwächse verbuchten das Gesundheits- und Sozialwesen, der Handel und das Baugewerbe.

Unter den Kreisen hat Stormarn mit 3,4 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit und Dithmarschen mit 6,4 Prozent die höchste. Bei den kreisfreien Städten steht Lübeck mit 8,5 Prozent am besten da, Kiel und Neumünster mit je 9,0 Prozent am schlechtesten.

Derzeit sind im Norden 15.500 Ausländer arbeitslos gemeldet, 2000 mehr als vor einem Jahr. Auf dem Lehrstellenmarkt waren Ende September 1100 Stellen unbesetzt. Zugleich waren 1700 Bewerber noch ohne Ausbildungsplatz. Haupt-Koopmann rief diese Jugendlichen auf, über Alternativen zum Wunschberuf nachzudenken und mobil zu sein. „Es geht noch eine Menge, wenn man flexibel ist.“ Einstiegschancen bieten besonders der Einzelhandel, das Handwerk sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die Betriebe sollten auch jungen Menschen mit Ecken und Kanten eine Chance geben, sagte die Regionalchefin der Arbeitsagentur.

„Besonders erfreulich ist, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit kontinuierlich in allen Landesteilen erfolgt“, sagte Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD). Positiv sei auch die stetige Abnahme der Langzeitarbeitslosigkeit.

In Hamburg ist die Arbeitslosigkeit auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen. Insgesamt waren 68.476 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 1003 oder 1,4 Prozent weniger als im Monat zuvor. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres fiel der Rückgang mit 3073 Menschen oder 4,3 Prozent noch deutlicher aus. Die Arbeitslosenquote ging auf 6,8 Prozent zurück, gegenüber 6,9 Prozent im Vormonat und 7,2 Prozent vor einem Jahr. „Der Hamburger Arbeitsmarkt präsentiert eine grundsolide Entwicklung bei der Beschäftigung und weist den niedrigsten monatlichen Bestand von Arbeitslosen seit knapp vier Jahren aus“, sagte Sönke Fock, der Chef der Arbeitsagentur.

Mit 936.500 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen (Stand August) waren so viele Arbeitnehmer beschäftigt wie noch nie in diesem Jahr. Das waren 14.500 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitsplätze entstehen sowohl im sozialen Bereich und im Gesundheitswesen als auch in den wirtschaftlichen Dienstleistungen, dem Bau- und dem Gastgewerbe. Von dem Aufschwung am Arbeitsmarkt konnten alle Gruppen profitieren, auch diejenigen, die als problematisch gelten. So verringerte sich im Monats- und im Jahresvergleich die Arbeitslosigkeit für Behinderte, jüngere Menschen und Langzeitarbeitslose.

Auch die Arbeitslosigkeit der Ausländer ging im Monatsvergleich um 0,3 Prozent zurück, doch gegenüber dem Vorjahr waren 539 oder 2,7 Prozent mehr Ausländer arbeitslos. Von den 20.772 arbeitslosen Ausländern sind mehr als 4000 Flüchtlinge.

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte dem Sender NDR 90,3, er erwarte eine steigende Anzahl von Hartz-IV-Empfängern in der Hansestadt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge werde bis zum Jahresende noch über 15.000 bis 16.000 Asylanträge von Hamburger Flüchtlingen entscheiden. Davon würden erfahrungsgemäß rund 60 Prozent anerkannt und dann zunächst in der Arbeitslosenstatistik und Hartz IV landen. Es sei aber auch eine große Chance, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Viele Arbeitssuchende werden in offiziellen Arbeitslosenzahlen allerdings nicht mitgezählt. Im September galt das beispielsweise für 4765 Menschen, die älter als 58 Jahre sind und seit 12 Monaten keinen Job mehr angeboten bekommen haben.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Nov.2016 | 10:42 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen