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Schleswig-Holstein

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

SH und Hamburg : Arbeitslosigkeit im November: Anstieg in SH, in Hamburg auf Jahrestief

vom

Während in SH die Quote saisonbedingt ansteigt, verzeichnet Hamburg seinen niedrigsten Wert des Jahres.

Kiel/Hamburg | Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein hat im November aus jahreszeitlichen Gründen etwas zugenommen. Ende des Monats waren im nördlichsten Bundesland 89.300 Menschen ohne festen Job und damit 0,9 Prozent mehr als im Oktober. Zum November vergangenen Jahres nahm die Arbeitslosigkeit um 5,2 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 5,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es 6,2 Prozent. Die Quote der Unterbeschäftigten liegt bei 8,2 Prozent (ohne Kurzarbeit).

Der saisonal typische Anstieg der Arbeitslosenzahlen sei deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahr, sagte die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Insgesamt habe sich der positive Trend am Arbeitsmarkt im Norden ungebrochen fortgesetzt.

Unter den Kreisen hat Stormarn mit 3,4 Prozent die niedrigste Quote und Dithmarschen mit 6,6 Prozent die höchste. Bei den vier kreisfreien Städten liegt die Spanne zwischen 8,5 Prozent in Lübeck und 8,9 Prozent in Neumünster.

In den besonders touristisch geprägten Kreisen Ostholstein (plus 12,0 Prozent) und Nordfriesland (plus 7,8 Prozent) lag die Zunahme der Arbeitslosigkeit über dem Durchschnitt - wie in jedem Jahr. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer stieg wegen der Flüchtlingssituation um 2200 auf 16.200.

Bemerkenswert seien die weiterhin starke Personalnachfrage und der kräftige Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, sagte Haupt-Koopmann. Von diesen seien seit Jahresbeginn 68.100 gemeldet worden und damit 7,5 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Besonders im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Gastgewerbe und auf dem Bau werden Mitarbeiter gesucht. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg nach den aktuellsten Zahlen vom September um 2,1 Prozent auf 954.300.

Vor dem Hintergrund der laufenden Aktionswoche für Menschen mit Behinderung warb Haupt-Koopmann dafür, Bewerbern mit Handicap eine Chance zu geben. Das gelte besonders für die 1336 Betriebe im Land, die ihre Pflichtarbeitsplätze nicht mit schwerbehinderten Menschen besetzen, sondern stattdessen eine Ausgleichsabgabe zahlen. 54,1 Prozent der Arbeitslosen mit Handicap hätten eine abgeschlossene Berufsausbildung, bei allen Arbeitslosen seien es 41,3 Prozent. Derzeit sind im Land knapp 5000 Menschen mit Handicap arbeitslos gemeldet, 3,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Besonders erfreulich seien die Rückgänge der Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit, kommentierte Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD). Die Bemühungen der Landesregierung und ihrer Partner zeigten Wirkung. „Es ist wirklich erfreulich zu sehen, dass immer mehr jungen Menschen gleich zum Start in das Berufsleben eine Perspektive geboten werden kann.“ Angesichts der zuletzt gestiegenen Zahl der unversorgten Lehrstellenbewerber müsse aber noch mehr getan werden.

Die Zahl der Arbeitslosen in Hamburg ist im November auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr zurückgegangen. 67.726 arbeitslos gemeldete Menschen bedeuteten 1,1 Prozent weniger als im Vormonat und 3,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie aus den am Mittwoch vorgelegten Zahlen der Agentur für Arbeit hervorgeht.

Die Arbeitslosenquote bleibe mit 6,8 Prozent zwar unverändert zum Vormonat, falle aber um 0,3 Prozentpunkte geringer aus als im November 2015, hielt der Chef der Hamburger Arbeitsagentur, Sönke Fock, fest. 9,5 Prozent waren unterbeschäftigt. Er begründete den Rückgang mit einer „konstant hohen und sogar steigenden Nachfrage Hamburger Unternehmen nach Fach- und Führungskräften“.

Arbeitssuchende könnten derzeit auf 17.000 Stellenangebote zugreifen, berichtete Fock. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt schlägt sich weiterhin in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nieder. Im September waren 942.600 Menschen auf solchen Arbeitsplätzen beschäftigt, 1,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

5300 zusätzliche Stellen wurden von wirtschaftlichen und technischen Dienstleistern geschaffen, bei denen insgesamt etwa 178.600 Menschen tätig sind. Auch im Baugewerbe, im Erziehungs-, Bildungs- und Sozialwesen hat die Beschäftigung nach Angaben der Agentur deutlich zugenommen.

Woher kommt die Arbeitslosenstatistik?

Die Bundesagentur für Arbeit berechnet die registrierte Arbeitslosigkeit. Diese wird definiert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Die Arbeitslosenquote ist der Anteil der Arbeitslosen an der Gesamtzahl der sogenannten zivilen Erwerbspersonen, also aller Erwerbstätigen und Arbeitslosen zusammen.

Wer gilt als arbeitslos?

Man ist nicht einfach arbeitslos, nur weil man nicht arbeitet. Arbeitslos ist, wer weniger als 15 Stunden in der Woche arbeitet, aber mehr als 15 Stunden arbeiten will und jünger als das jeweilige Rentenalter ist. Unter registrierter Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen gezählt, die arbeitslos gemeldet sind.

Wer gilt nicht als arbeitslos?

Nicht als arbeitslos gewertet werden

- Alle, die an Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen. Auch alle Arbeitslosen, die durch private Arbeitsvermittler betreut werden, werden nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt.

- Langzeitarbeitslose, die in Zusatzjobs auf den „Ersten Arbeitsmarkt“ vorbereitet werden, also eine sogenannte Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung haben.

- Personen, die arbeitsunfähig erkrankt sind.

- Arbeitslose, die mindestens 58 Jahre alt sind und wenigstens zwölf Monate Hartz IV beziehen, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben.

Was ist die Unterbeschäftigungsquote?

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches (SGB) gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung oder kurzfristig erkrankt sind.

Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus drei Personengruppen:

  1. den Arbeitslosen nach § 16 SGB III,
  2. Teilnehmern an bestimmten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und
  3. Personen in bestimmten Sonderstatus (vor allem kurzfristig erkrankte Personen).
Wo kann man sich über Jobs im Norden informieren?

Stellenangebote gibt es

- in der Jobbörse der Agentur für Arbeit

- regional auf jobs.sh

- bundesweit auf Internet-Plattformen wie Monster.de oder Stepstone.de

 
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