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Schleswig-Holstein

09. Dezember 2016 | 10:45 Uhr

Arbeitsmarkt in SH und HH : Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli, Rückgang im Vergleich zum Vorjahr

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein und Hamburg ist im Vergleich zum Vormonat leicht angestiegen.

Kiel | Die Arbeitslosigkeit ist in Schleswig-Holstein auf den niedrigsten Juli-Wert seit 1992 gesunken. Nach Angaben der Regionaldirektion waren im Juli 92.400 Menschen arbeitslos gemeldet.

Das waren 4100 oder 4,3 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, aber 1900 oder 2,1 Prozent mehr als im Juni. „Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ist für den Monat Juli typisch“, sagte Geschäftsführungsmitglied Thomas Letixerant. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,1 Prozent, nach 6,4 Prozent im Vorjahresmonat.

Hauptgrund für diesen leichten Anstieg im Juli ist das Ausbildungsende. „Entscheidend ist jedoch, dass sich viele junge Menschen - nach Abschluss ihrer Berufsausbildung - vorübergehend arbeitslos melden“, sagte Letixerant. Daher sei der überproportionale Anstieg der Arbeitslosenzahl bei den unter 25-Jährigen von 8900 auf 10.500 kein Grund zur Besorgnis.

Weitere Gründe für den Juli-Anstieg sind quartalsbedingte Kündigungen und die abwartende Haltung in vielen Branchen bei möglichen Neueinstellungen vor dem Ende der Sommerferien. Insgesamt sind Arbeitskräfte im Norden aber weiterhin stark nachgefragt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg im Vorjahresvergleich um 26.000 oder 2,9 Prozent. „Das ist ein sehr stabiler Trend“, sagte Letixerant.

Insgesamt gibt es zwischen Nord- und Ostsee nun 938.700 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Eingestellt wird vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 5000 gegenüber dem Vorjahr), im Handel (3100), im Bau (2100) sowie im Gastgewerbe (1900). Nur in den Bereichen „öffentliche Verwaltung/ Sozialversicherungen“ (minus 1300) sowie der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei (100) fielen Jobs weg.

Unter den Kreisen ist die Quote weiterhin in Stormarn mit 3,6 Prozent am niedrigsten und in Dithmarschen mit 6,7 Prozent am höchsten. Bei den kreisfreien Städten stehen Flensburg und Lübeck mit 8,8 Prozent am besten da und Kiel mit 9,5 Prozent am schlechtesten.

Nach Ansicht von Arbeits-Staatssekretär Frank Nägele zeigt sich der Arbeitsmarkt weiter robust. Allerdings sei die Zahl der arbeitslosen Ausländer im Vergleich zum Juni um 2,6 Prozent auf 15.401 gestiegen.

Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Anstieg mit 16,7 Prozent noch deutlicher aus. Grund sei die hohe Zahl der Flüchtlinge, die besonders 2015 nach Schleswig-Holstein kamen. „Die Landesregierung hat ein großes Interesse an einer gelungenen Integration der vor Krieg und Terror geflüchteten Menschen“, sagte Nägele. Gemeinsam mit der Arbeitsagentur hat das Land ein Programm für Flüchtlinge gestartet. Im laufenden Jahr stehen dafür bis zu 1600 Plätze bereit. Die Fördermittel betragen bis zu sechs Millionen Euro.

Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein und Hamburg im Überblick:

Leichte Sommerflaute am Hamburger Arbeitsmarkt

Der Sommermonat Juli hat auch in Hamburg zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Insgesamt waren in der Hansestadt 70.383 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, teilte die Arbeitsagentur am Donnerstag in Hamburg mit. Das sind 1306 mehr als im Vormonat, aber 4160 weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,9 auf 7,0 Prozent.

„Der typische Zuwachs der Arbeitslosen im Juli ist damit geringer ausgefallen als im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre“, sagte der Chef der Arbeitsagentur, Sönke Fock. „Die Grundtendenz des Hamburger Arbeitsmarktes bleibt weiterhin positiv.“ Ein nennenswerter Teil der neuen Arbeitslosen entfalle auf die Gruppe der jungen Erwachsenen unter 25 Jahren, deren Zahl sich um 600 auf 5600 erhöhte. „Viele von ihnen haben ihre Berufsausbildung zwar erfolgreich beendet, konnten aber noch keine Anschlussbeschäftigung realisieren“, sagte Fock. „Hier trifft die Hamburger Wirtschaft auf gut ausgebildete und gesuchte Fachkräfte, die bald einen Arbeitsplatz finden werden.“

Die Beschäftigung in Hamburg nehme weiterhin stetig zu. Im Mai waren 933.600 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt; das sind 22.900 oder 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der freien Stellen liege auf dem Niveau des Vorjahres. Auf dem Ausbildungsmarkt sind mittlerweile die meisten Bewerber versorgt; das Ausbildungsjahr beginnt in der kommenden Woche. Es gebe jedoch noch gute Chancen, etwas später in diesem Jahr in eine Berufsausbildung zu starten. Bei der Arbeitsagentur sind ungefähr gleich viele offene Ausbildungsstellen und noch unversorgte Bewerber registriert.

Zahl der Arbeitslosen steigt bundesweit auf 2,661 Millionen

Im Juli waren 47.000 mehr Menschen ohne Job als im Vormonat - damit ist die Zahl der Arbeitslosen bundesweit auf 2,661 Millionen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Erwerbslosen dagegen um 112.000 zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt hat sich im Juli gut entwickelt“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Mit der einsetzenden Sommerpause sei die Zahl der erwerbslosen Menschen zwar gestiegen - denn viele Schulabgänger melden sich nun vorübergehend arbeitslos und zahlreiche Betriebe warten mit Neueinstellungen bis nach den Ferien.

Saisonbereinigt sei die Zahl der Arbeitslosen dagegen zurückgegangen, sagte Weise. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl sank im Vergleich zum Juni um mehr als 7000 auf etwa 2,682 Millionen Menschen. In West- und Ostdeutschland war der Rückgang in etwa gleich stark.

Die Erwerbstätigkeit und die Zahl der Menschen mit regulärem Job sind gleichzeitig weiter gewachsen. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Juni saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 45.000 auf 43,67 Millionen. Das waren 533.000 mehr als im Vorjahr. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte nach Hochrechnung der BA von April auf Mai saisonbereinigt um 56.000 zu.

Mit 31,42 Millionen Menschen lag die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 697.000 im Plus. Die Beschäftigung wuchs dabei in allen Bundesländern und fast allen Branchen. Und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor sehr hoch. Im Juli waren 674.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet - das waren 85.000 mehr als vor einem Jahr.

Bis zum Juli haben sich 509.600 Bewerber für eine Ausbildung gemeldet - etwa gleich viele wie im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen lag bei 511.300. Das waren 16.000 mehr als im Vorjahr. Damit gab es im Juli etwas mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 17:10 Uhr

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