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Spitzenwerte erwartet : „AIDACara“ in Kiel – Kreuzfahrtsaison in SH ist gestartet

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Aus der Onlineredaktion

Der Hafen rechnet mit so vielen Passagieren wie nie zuvor. Auch auf die Bundespolizei kommt damit viel Arbeit zu.

Kiel | Passkontrollen, Fahndungsabgleiche, und das alles möglichst zügig: Mit dem Einlaufen der „AIDACara“ hat am Sonntag die Kreuzfahrtsaison in Schleswig-Holstein begonnen - und damit zusätzliche Arbeit für die Bundespolizei. Das 193 Meter lange Schiff machte am Morgen am Ostseekai fest. Bis Mitte Oktober wird der Kieler Hafen 142 Mal (2016: 147 Anläufe) von 28 verschiedenen Schiffen angesteuert. Darunter sind auch vier Anläufe von Flusskreuzfahrtschiffen.

„Wir sind gut vorbereitet und erwarten nach dem derzeitigen Stand der Anmeldungen Spitzenwerte bei Passagierzahlen und Schiffsgrößen“, sagte Seehafen-Chef Dirk Claus zum Saisonstart. Der Kieler Hafen rechnet damit, dass dort in diesem Jahr bis zu 500.000 Passagiere an oder von Bord eines Kreuzfahrtschiffes gehen. Das wären noch einmal mehr als in der Rekordsaison 2016 mit 485.200 Passagieren. Größtes Schiff ist in diesem Jahr die gut 333 Meter lange „MSC Fantasia“.

Kreuzfahrer der Sonderklasse: Die 333 Meter lange „MSC Fantasia“ kann 4000 Passagiere aufnehmen – das Anlegen des mächtigen Potts soll trainiert werden.
Kreuzfahrer der Sonderklasse: Die 333 Meter lange „MSC Fantasia“ kann 4000 Passagiere aufnehmen – das Anlegen des mächtigen Potts soll trainiert werden. Foto: MSC Crociere
 

Viele der Schiffe bieten Kreuzfahrten durchs Baltikum und auch von und nach St. Petersburg. Bei Einläufen aus Drittstaaten wie Russland müssen die Beamten der Bundespolizei jeden Passagier überprüfen.

Reisende, die aus dem Schengenraum nach Kiel einreisen, werden stichprobenartig kontrolliert, wie Bundespolizeisprecher Matthias Menge der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Zur Kieler Woche (17. bis 25. Juni) werden 15 Mal Kreuzfahrtschiffe einlaufen. Eine Herausforderung ist vor allem das „Masseproblem“, wie Menge sagte: „Viele Kreuzfahrer legen gleichzeitig an, alle wollen von Bord an Ausflügen oder ähnlichem teilnehmen, Crew-Personal muss abmustern und zum Flughafen.“ Und langes Warten bei der Passkontrolle ist bei den eher kurzen Landaufenthalten der Laune vermutlich nicht gerade zuträglich. Da helfe es, dass „erfahrene Kollegen mit der jeweiligen Berufspraxis“ im Kreuzfahrtterminal Dienst tun. Bis zu zehn Beamte seien anlassbezogen eingesetzt, um die Kontrollen sicherzustellen.

An einem normalen Tag nehmen die Bundespolizisten Verbindung mit der Schiffsführung auf, gleichen Passagierlisten ab und kontrollieren Pässe von Reisenden und Crew-Besatzung. Auch die Ausstellung von Ausnahmevisa und Passersatzpapieren gehöre zur Routine, sagte Menge.

Manchmal gelingt den Beamten dabei auch ein spektakulärer Coup, wie etwa im September 2012. Damals ging den Beamten ein verurteilter Mörder ins Netz, der 13 Jahre auf der Flucht gewesen war. Die Bundespolizei spürte den damals 65 Jahre alten Mann auf dem Kreuzfahrtschiff „MSC Poesia“ unter den Passagieren auf. Als die Beamten ihn fassten, reagierte er ziemlich verdutzt. Er habe gedacht, wenn er nicht an Land ginge, sei er vor einer Überprüfung sicher, teilte die Behörde damals mit. Da der Straftäter aber unter richtigem Namen reiste, konnte ihn die Bundespolizei beim routinemäßigen Abgleich von Fahrgastdaten mit Fahndungslisten entdecken - und an Bord festnehmen.

Ein anderes Mal wurde ein Drogenkurier festgenommen, wie Menge sagte. Er hatte in seiner Kabine 40 Kilogramm Haschisch und 15.000 Konsumenteneinheiten Ecstasy dabei.

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erstellt am 09.Apr.2017 | 11:52 Uhr

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