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Schleswig-Holstein

09. Dezember 2016 | 01:04 Uhr

Bad Segeberg : A-20-Weiterbau: Verkehrsminister Meyer rechnet mit weiteren Klagen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der A20-Ausbau zwischen Wittenborn und Bad Segeberg stockt. Möglicherweise können die Bagger erst 2019 rollen.

Der vom Bundesverwaltungsgericht gestoppte Weiterbau der Küstenautobahn A 20 von Bad Segeberg nach Wittenborn droht sich bis 2019 zu verzögern. Grund dafür ist, dass sich auch gegen die derzeit in Überarbeitung befindlichen neuen Pläne für die A20 juristische Klagen von Umweltschützern abzeichnen. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer sagte shz.de, er stehe zwar in „engem Austausch mit den Naturschutzverbänden“ wegen der A20. Trotzdem gehe er aber „davon aus, dass auch der neue Planfeststellungsbeschluss beklagt wird“.

Immer wieder wurde der Ausbau der A20 verzögert. Unter anderem sorgten am Kalkberg in Bad Segeberg beheimatete Fledermäuse und ein verwaister Adlerhorst für Verzögerungen beim Bau.

SPD-Mann Meyer hofft, die noch von seinem CDU-Vorgänger Jost de Jager erstellten A-20-Pläne bis Ende des Jahres so weit überarbeitet zu haben, dass sie die Anforderungen des Gerichtsurteils von 2013 erfüllen. „Wir wollen die Arbeiten am neuen Planfeststellungsbeschluss in diesem Jahr zum Ende bringen“, kündigte Meyer an. Die Leipziger Bundesverwaltungsrichter hatten moniert, dass de Jagers A-20-Pläne die bei Bad Segeberg in großer Zahl lebenden Fledermäuse nicht ausreichend geschützt und eine alternative südlichere Autobahntrasse vorschnell ausgeschlossen hätten.

Sollten Naturschützer wie von Meyer erwartet auch gegen die korrigierten Pläne klagen, könnten die Bagger frühestens Anfang 2019 losrollen – denn knapp zwei Jahre würde voraussichtlich das Verfahren in Leipzig dauern. Nicht zuletzt deshalb hat der für die Finanzierung der Autobahn zuständige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt für nächstes Jahr – wie berichtet – noch kein Geld für das zehn Kilometer lange Stück bei Bad Segeberg im Etat eingeplant.

Ob die Umweltverbände Nabu und BUND wirklich prozessieren, ließ Nabu-Geschäftsführer Ingo Ludwichowski am Dienstag offen. „Wir prüfen derzeit die Unterlagen, die wir vom Land haben“, sagte er. Sollte der Nabu „Rechtsverstöße mit gravierenden Auswirkungen auf die Natur“ feststellen, werde man vor Gericht ziehen. Dass Meyer die A20 auf derselben Trasse wie de Jager plant, sei schon mal bedenklich: „Es spricht ein bisschen etwas dafür, dass die südlichere Alternative wieder nicht ausreichend geprüft wurde“, sagte Ludwichowski. Auch Schleswig-Holsteins BUND-Chef Ole Eggers zeigte sich skeptisch und nannte die Haltung von Meyers Ministerium „verhärtet“ und „konfrontativ“.

Schleswig-Holsteins CDU-Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp forderte Meyer auf, mit allen Kräften nach einer einvernehmlichen Lösung mit den Naturschutzverbänden zu suchen und dazu auch den grünen Kieler Umweltminister Robert Habeck als Schlichter ins Boot zu holen. „Gemeinsam sollten Meyer und Habeck es schaffen, neue Klagen zu verhindern“, sagte Arp.

Der Ausbau der A20 und die Probleme im Überblick:

 
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erstellt am 07.Sep.2016 | 11:29 Uhr

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