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Schleswig-Holstein

05. Dezember 2016 | 11:29 Uhr

Sanierungsdruck : 23 Brücken von Landesstraßen in SH sind marode

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viel zu tun in SH: Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr will auch Bauwerke von Bundesstraßen erneuern.

In den kommenden fünf Jahren will das Land mindestens 23 Brücken von Landesstraßen sanieren, Teile erneuern oder ganz neu bauen. Das ergibt die Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Piratenfraktion. „Für Brücken- und Straßenbau stehen uns fünf bis zehn Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung“, sagt der Direktor des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein, Torsten Conradt. Dazu kommt der Neubau der Schleibrücke in Lindaunis, die das Land noch einmal mindestens 20 Millionen Euro kosten werde. Dafür war ein Extra-Beschluss der Regierung nötig, weil die Kosten den Haushaltsansatz für den Erhalt aller Straßen und Brücken für ein Jahr schon überstiegen.

Bei der Infrastruktur im Land gibt es großen Sanierungsbedarf. An Brücken an Landesstraßen wird gearbeitet, Brücken an Bundesstraßen und Autobahnen werden geprüft. Doch es fehlt Geld für die Straßensanierung.

Für die Sanierung der anderen Brücken sieht es laut Conradt jedoch gut aus: „Mit den Haushaltsmitteln kommen wir hin, aber wir sind noch weit davon entfernt, die 90 Millionen Euro pro Jahr zu bekommen, um die Straßen in den Zustand zu versetzen, den sie zu Beginn der 90er Jahre hatten.“

Neben den Brücken, die saniert werden sollen, sind aber laut der Antwort auf die kleine Anfrage neun weitere in einem ausreichenden oder ungenügenden Zustand und bekommen vom LBV die Note 3,0 oder schlechter. „Eine schlechte Note bedeutet aber nicht automatisch, dass sofort ein Neubau nötig wird“, so Conradt. „Oftmals kann auch mit kleineren Arbeiten die Sicherheit gewährleistet werden.“ Dazu könne auch die Einrichtung eines Tempolimits für Lastwagen gehören.

Außerdem rechnet der LBV gerade aus, welche von 45 zu prüfenden Brücken im Zuge von Bundesstraßen und Autobahnen möglicherweise erneuert werden müssen. „Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, aber es ist davon auszugehen, dass ein großer Teil der Bauwerke verstärkt oder möglicherweise ersetzt werden muss“, sagt Conradt. „Ich denke aber, dass die Mittel, die der Bund dafür zur Verfügung stellen wird, ausreichen werden.“ Denn im Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es eine „Erhaltungsbedarfsprognose 2016-2030 der Bundesfernstraßen“. Darin sind alle Fahrbahnen, Bauwerke und sonstigen Anlagenteile enthalten. Der Bund hat dafür 67 Milliarden Euro für den gesamten Zeitraum eingeplant. „Ich hoffe, dass wir 100 Millionen Euro pro Jahr vom Kuchen abbekommen“, sagt Conradt. Denn der Bund stellt nur das Geld zur Verfügung, den Bau realisiert das Land. Einige Bauarbeiten sind schon abgeschlossen, andere wie etwa der Ersatzneubau der Eiderbrücke im Zuge der B 77 wird gerade vorbereitet.

Dazu gibt es noch das „Sonderprogramm Brückenmodernisierung“. Allerdings ist dort für Schleswig-Holstein nur die Hochbrücke im Zuge der B 5 über den Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel enthalten. Die Arbeiten laufen.

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erstellt am 02.Jul.2016 | 15:44 Uhr

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