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Schleswig-Holstein am Sonntag

10. Dezember 2016 | 00:15 Uhr

Eckernförde : U36 meldet sich zum Dienst: Was das Super-U-Boot alles kann

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit dem Befehl „Heiß Flagge und Wimpel“ wird am Montag „U 36“ als sechste und letzte Einheit der U-Bootflotte offiziell in den Dienst gestellt.

Eckernförde | Der neue Stolz der Deutschen Marine ist 56 Meter lang, getaucht fast doppelt so schnell wie über Wasser und besitzt einen auf der Welt einmaligen Hybridantrieb – „U 36“ ist das modernste konventionelle U-Boot der Welt. Am Montag wird es in Eckernförde feierlich in Dienst gestellt. Mit dem Befehl „Heiß Flagge und Wimpel“ übernimmt der Kommandant der Besatzung „Golf“, Korvettenkapitän Christoph Ploß (34), das Kommando über die Marineeinheit. Wie seine fünf Schwesterboote wird auch „U36“ im 1. Ubootgeschwader in Eckernförde beheimatet sein. Eigentlich sollten es zwölf Boote werden, doch mit dem im Oktober 2011 beschlossenen Rüstungskonzept im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde die U-Bootgeneration der Klasse 212 A auf sechs Einheiten begrenzt.

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Foto: Sönke Lundt
 

Die Boote wurden entwickelt, um U-Booteinsätze über mehrere Wochen hindurch im dauergetauchten Zustand und weitgehend unabhängig von Außenluftzufuhr zu ermöglichen. Die Hybrid-Anlage setzt sich aus einem Dieselgenerator, einer Fahrbatterie, einer Brennstoffzellenanlage und dem Fahrmotor zusammen. Die Brennstoffzellen-Anlage, die Wasserstoff und Sauerstoff geräusch- und abgaslos direkt in elektrische Energie umwandelt, zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad und geringen Wartungsaufwand aus. Neben dem Gleichstrom fällt bei der Energieumwandlung als einziges Reaktionsprodukt destilliertes Wasser an.

Am 25. April 2006 stellte „U 32“ mit zwei Wochen ununterbrochener Tauchfahrt ohne Schnorcheln einen neuen Rekord für nicht nuklear angetriebene U-Boote auf. Dies geschah während einer Verlegung von Eckernförde nach Rota in Spanien.

Die feierliche Zeremonie wird vom Stellvertretenden Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Rainer Brinkmann (58) geleitet. Im Beisein des schleswig-holsteinischen Innenministers Stefan Studt sowie des Kommandeurs der Einsatzflottille 1, Flottillenadmiral Jan C. Kaack (53) komplettiert die Marine mit der Übernahme ihre U-Bootflotte. Dabei wurden die beiden letzten Boote der Generation „U 35 “ und „U 36“ noch einmal modifiziert: Erweitert wurden die Fähigkeiten zum weltweiten Operieren, zum Einsatz von Spezialeinheiten und zur verdeckten Aufklärung. Deshalb wurde eine Vier-Mann-Schleuse für Kampfschwimmer eingebaut und die Klimaanlage tropenfähig ausgelegt. Herzstück der verbesserten Kommunikationsfähigkeiten ist die Antennenboje die es dem tiefgetauchten Boot ermöglicht, auf allen Frequenzbändern terrestrisch und mit Satelliten zu kommunizieren. Auch ein neues Sonar- und Unterwasser-Sensorsystem ist an Bord.

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erstellt am 09.Okt.2016 | 15:37 Uhr

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