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Regionales

04. Dezember 2016 | 02:52 Uhr

Aufsteiger 2016 : Prognos Zukunftsatlas: Wie Flensburg mit Start-Ups punktet

vom
Aus der Onlineredaktion

Klammheimlich hat sich in Flensburg eine florierende Start-up-Szene entwickelt. Daran haben die Hochschulen großen Anteil.

Flensburg | Der Süden zieht bei der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland laut „Prognos Zukunftsatlas 2016“ weiter davon. Doch auch im Norden gibt es Positives zu vermelden: Die Stadt Flensburg liegt nach Berlin, Calw, Rhein-Lahn und Leipzig auf Rang fünf im Ranking der Aufsteiger. Wirklich beachtlich schneidet die Fördestadt bei der am Freitag veröffentlichen Liste in einer neuen Kategorie ab: dem „Digitalkompass“. Dieser stellt einen Indikator dafür auf, wie gut die lokale Wirtschaft für den digitalen Wandel aufgestellt ist. In den Bereichen IT und Kommunikation liegt die Stadt mit 2,49 Unternehmensgründungen pro 10.000 Einwohnern auf Platz 15 bundesweit.

Seit dem letzten Zukunftsatlas aus dem Jahr 2013 konnte Flensburg 67 Plätze gutmachen, gegenüber 2004 sogar 140. Sie liegt somit auf Platz 147 (von 402) bundesweit. Damit hat die zweitnördlichste Stadt der Republik die Landes-Konkurrenten aus Lübeck (329.) und Kiel (174.) ausgestochen.


Das „Handelsblatt“ hatte vorher davon Wind bekommen und widmet der „neuen Start-up-Schmiede des Nordens“ am Freitag eine Doppelseite. Die Wirtschaftszeitung stellt vor allem die unternehmerischen Ideen im Online-Handel heraus. Zu den betrachteten Beispielen zählt „Fräulein Spitz“, ein von zwei Studentinnen gegründeter Dessous-Handel für kurvige Frauen.

Hintergrund: Prognos Zukunftsatlas 2016

Bei der Wirtschaftskraft kann der Norden mit dem boomenden Süden weiter nicht mithalten. In dem am Freitag veröffentlichten „Prognos Zukunftsatlas 2016“ schneiden die Kreise und kreisfreien Städte Schleswig-Holsteins bescheiden ab. Die größten Zukunftschancen bescheinigt das Forschungsinstitut dem Landkreis München, der Stadt München und der Stadt Ingolstadt. In solchen Regionen konzentrieren sich starke Industrieunternehmen und Dienstleistungen. Spitze im Norden ist Stormarn auf Platz 75, bei insgesamt 402 kreisfreien Städten und Kreisen.

Insgesamt 402 Kreise und kreisfreie Städte wurden für den Prognos Zukunftsatlas 2016 unter die Lupe genommen und auf wesentliche Wachstumsparameter untersucht. So fließen die Kategorien Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb und Innovation mit in die Untersuchung ein. Erstmals wurde in diesem Jahr auch ein sogenannter Digitalisierungskompass erstellt, der einen Indikator dafür aufstellt, wie gut die lokale Wirtschaft für den digitalen Wandel aufgestellt ist.

Die weiteren Platzierungen: Segeberg (138), Kiel (174), Pinneberg (180), Rendsburg-Eckernförde (192), Herzogtum Lauenburg (203), Nordfriesland (271), Steinburg (277), Schleswig-Flensburg (293), Ostholstein (306), Plön (322), Lübeck (329), Neumünster (356).

Die Lebendigkeit der Gründerszene hängt laut dem Bericht eng zusammen mit der Ausrichtung der örtlichen Hochschulen auf eine Ausbildung in Praxisnähe. Auf die Vorbereitung der Studenten auf das Leben nach dem Studium werde in Flensburg besonders Wert gelegt – in enger Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsförderung- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig (WiREG) und dem Dr. Werner Jackstädt-Zentrum. Nur an wenigen Orten werde diese Betreuung so konsequent umgesetzt wie in Flensburg. Genannt wird hier unter anderem der auf die Entwicklung und Umsetzung von Geschäftsideen basierende Master-Studiengang „Entrepreneurship“.

Die Hochschulen und die Stadt hätten Hand in Hand mit den jungen Studenten ein florierendes Netzwerk, eine „Gründer-Kette“ geschaffen, so das Blatt. „Wir versuchen, unsere Studenten intensiv zu betreuen, um sie in der Stadt zu halten“, wird Professor Dirk Ludewig von der Hochschule zitiert. Den frischen Unternehmergeist – gerade in der IT-Branche – unterstützen überdies die seit langem etablierten strukturpolitischen Maßnahmen wie das Technologiezentrum. Durch die Infrastruktur und die vergünstigte Miete an der Lise-Meitner-Straße werde Menschen mit Geschäftsidee die Möglichkeit gegeben, ihren Plan in die Entstehungsphase erleichtern.

„Aktuell sehen wir einen großen Zuwachs in der innovativen Gründerszene, bestätigt Michael Otten, Geschäftsführer der WiREG, die erfeuliche Grundaussage der Studie. „Wir wollen daher alles daran setzen, das inhaltliche Beratungsangebot und die Infrastruktur weiter zu verbessern: Spezifischer Wissenstransfer, betriebswirtschaftliches Know How, Raumangebote, attraktive ÖPNV-Verbindungen zwischen Hochschule und Technologiezentrum stehen dabei ganz oben auf der Agenda“, so Otten. „Insbesondere die digitale Wirtschaft ist in Flensburg sehr stark vertreten und dieses gilt es diese weiter zu fördern und auszubauen“, so Otten weiter.

Oberbürgermeister Simon Faber zeigte sich erfreut über das Ergebnis, das Anlass zum Optimismus gebe: „Wir sehen uns in unserem Kurs durchaus bestätigt und werden diesen konsequent fortsetzen“. Das Städteranking zeige, dass man in Flensburg vieles richtig gemacht habe. „Wir bieten mit unseren Hochschulen, die sich dynamisch entwickeln und dem Bevölkerungszuwachs hervorragende Bedingungen für Wirtschaft und Entwicklung und haben die Stadt in den vergangenen Jahren gut für die kommenden Herausforderungen vorbereitet. Hinzu kommt Flensburgs besondere Aura und die zentrale Lage im deutsch-dänischen Grenzland.“

Mit dpa

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erstellt am 27.Mai.2016 | 15:55 Uhr

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