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Regionales

10. Dezember 2016 | 06:09 Uhr

CCNI Aurauco im Hamburger Hafen : Nach Feuer auf Containerschiff: So geht es jetzt weiter

vom

Wasserschutzpolizei und LKA ermitteln im Hamburger Hafen. Der Frachter soll nach Bremerhaven geschleppt werden.

Hamburg | Seit Sonntagabend ist der Einsatz für die Feuerwehr auf der „CCNI Arauco“ offiziell abgeschlossen. Die Löscharbeiten im Hamburger Hafen seien beendet und es seien keine Einsatzkräfte mehr vor Ort, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Dienstag. Rauchgase stiegen am Sonntag nicht mehr auf. Das zuständige Bergungsunternehmen habe Montag am Burchardkai begonnen, die Container aus dem Löschschaum bedeckten Laderaum abzuspülen und herauszuholen.

Brand gelöscht: die „CNII Arauco“ im Hamburger Hafen.

Brand gelöscht: die „CNII Arauco“ im Hamburger Hafen.

Foto: Sebastian Peters
 

Containerschiff soll nach Bremerhaven

Auch der Container, in dem das Feuer bei Schweißarbeiten ausgebrochen war, ist inzwischen von Bord geholt. „Die Wasserschutzpolizei und die Brandermittler des Landeskriminalamtes sind jetzt für die nächsten Schritte zuständig. Die Experten beginnen mit der chemischen Untersuchung der Brandreste, um herauszufinden, wodurch das Feuer ausgelöst wurde“, sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin am Dienstag zu shz.de.

„Wenn das Auslaufverbot aufgehoben ist, kommt der Frachter zur Reparatur in die Werft nach Bremerhaven“, erklärte der Sprecher. Dort wird dann geprüft, inwiefern das Schiff noch einsatzbereit ist. Die Polizei ermittle wegen fahrlässiger Brandstiftung und unerlaubten Umgang mit gefährlichen Stoffen. Der Schaden belaufe sich vermutlich auf mehrere Millionen Euro.

Kritik an veralteten Löschbooten

Nach dem 48 Stunden-Einsatz soll es jetzt heftige Kritik an den altersschwachen Löschbooten der Hamburger Feuerwehr geben, berichtet die Hamburger Morgenpost. Denn bereits vor drei Jahren hatte die Bürgerschaft beschlossen, dass drei neue Löschboote angeschafft werden sollen. Nachdem die Ausschreibung dafür aber erst im August endete, werde frühestens 2018 mit einem neuen einsatzbereiten Schiff gerechnet.

„Der Brand auf dem Containerfrachter zeigt, dass diese anhaltende Verzögerung zu einem echten Risiko für unseren Hafen geworden ist“, so der innenpolitische Sprecher der CDU, Dennis Gladiator gegenüber „Mopo“.

Löschen mit CO2 brachte keinen Erfolg

Das Feuer war am Donnerstagnachmittag während Schweißarbeiten im Heckbereich ausgebrochen. Drei Arbeiter wurden leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Flammen breiteten sich anschließend unter Deck aus. Die Löscharbeiten erwiesen sich als schwierig, mehrere Versuche, die Flammen mit Kohlendioxid zu ersticken oder Wasser zu löschen, blieben erfolglos.

Am Burchardkai in Waltershof war die Fracht des Containerschiffs „Arauco“ der chilenischen Hamburg-Süd-Tochter CCNI in Brand geraten.
Am Burchardkai in Waltershof war die Fracht des Containerschiffs „Arauco“ der chilenischen Hamburg-Süd-Tochter CCNI in Brand geraten. Foto: dpa
 

Die Feuerwehr hatte in der Nacht auf Samstag rund 45.000 Liter Schaum in das betroffene Ladedeck der „CCNI Arauco“ gepumpt, um die Flammen zu ersticken. Am Samstagmittag sei es gelungen, eine 20 mal 20 Meter große Luke zum betroffenen Laderaum zu öffnen, sagte der Sprecher. Dazu war schweres Gerät notwendig, weil die Luke durch die Hitze verkantet war.

Schaumflocken vom Löscheinsatz flogen durch den Hamburger Hafen.

Schaumflocken vom Löscheinsatz flogen durch den Hamburger Hafen.

Foto: Sebastian Peters

In den Containern vermutet die Feuerwehr Mobiliar, Farben, Plastik, Kunststoffe und Küchengeräte. Es habe keine Gefahr bestanden, dass die Flammen auf Container mit Gefahrgut übergreifen könnten, versicherte die Feuerwehr. Die rund 1250 Tonnen gefährliche Fracht lagern demnach ausschließlich im vorderen Bereich der „Arauco“.

Die Hamburger hatten Spezialgruppen zur Schiffsbrandbekämpfung der Feuerwehren aus Kiel und Cuxhaven hinzugezogen. Mit Schaum zu löschen sei eine der letzten Maßnahmen, zu denen man bei einem solchen Feuer greife, sagte ein Feuerwehrsprecher. Es sei sehr teuer, aufwendig und personalintensiv. Zwei Firmen hatten der Feuerwehr große Mengen des Schaums zur Verfügung gestellt. „Es ist immer so, dass die einen den anderen mit Schaum aushelfen.“

Das Containerschiff „CCNI Arauco“ ist 300 Meter lang, 48 Meter breit, fährt unter der Flagge Liberias und gehört zur Altonaer Reederei NSC. Das Schiff wurde erst 2015 gebaut.

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erstellt am 06.Sep.2016 | 15:07 Uhr

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