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Regionales

05. Dezember 2016 | 05:36 Uhr

Apenrade in Dänemark : Nach Familientragödie: Mordverdächtiger Vater ist in die Türkei geflogen

vom
Aus der Onlineredaktion

Drei Tote erschüttern Süddänemark. Die Opfer waren 2015 aus Syrien gekommen. Der Hauptverdächtige ist flüchtig.

Apenrade | Eine 27-jährige Frau aus Syrien und ihre beiden Töchter im Alter von sieben und neun Jahren sind am Sonntagabend in einer Wohnung in Apenrade kurz hinter der deutsch-dänischen Grenze tot in einer Gefriertruhe aufgefunden worden. Die Polizei spricht von einer Familientragödie. Nach dem 33-jährigen Ehemann, dem Vater der Kinder, wird international gefahndet.

Nach Angaben der Polizei für Nordschleswig und Süddänemark war der dringend Tatverdächtige bereits am Freitagnachmittag mit einem Taxi von Apenrade nach Flensburg gefahren. Der Todeszeitpunkt der Opfer wird auf Freitag zwischen 14 und 19 Uhr geschätzt. Von Flensburg aus – so wird angenommen – reiste er mit der Bahn nach Hamburg weiter. Seit Dienstagmittag weiß die Polizei, dass der gesuchte 33-Jährige Hamid Farid Mohammed bereits am Sonnabendmorgen mit dem Flugzeug von Hamburg in die Türkei geflohen ist und damit die Europäische Union verlassen hat. Die dänische Polizei hat nun die Kollegen in der Türkei um Amtshilfe gebeten.

„Da wir vermuten, dass der Mann außer Landes gereist ist, haben wir uns dazu entschieden, kein Fahndungsfoto an die Öffentlichkeit herauszugeben“, hatte Ermittlungsleiter Bent Thuesen von der Polizei zuvor mitgeteilt. Laut seiner Auskunft wiesen die Leichen – abgesehen von der noch nicht veröffentlichten Todesursache – keine Gewaltmerkmale auf.

Wie und wann die Frau und ihre Kinder zu Tode gekommen sind und wo die Gründe zu finden ist, darüber schweigt der Ermittlungsleiter. „Wir warten in erster Linie die Obduktion ab. Und hoffen darüber hinaus, durch die Verhöre bei Nachbarn und Umfeld Aufschlüsse über das Tun und Treiben der Familie in der vergangenen Woche zu erhalten“, so Thuesen. Beamte sind dabei, Nachbarn, Familie und Freunde zu vernehmen. Die Öffentlichkeit wird um Hinweise gebeten. Mit dem Ergebnis der Obduktion rechnet er erst „in ein paar Tagen“. Ein Familienmitglied der Frau war am Sonntag zur Polizei gegangen, weil es seit einigen Tagen keinen Kontakt zur Familie herstellen konnte. Daraufhin hatte die Polizei die Leichen gefunden.

Die Familie ist laut Polizeiangaben 2015 nach Dänemark gekommen und hatte Flüchtlingsstatus. Eine direkte Nachbarin beschreibt ihren Eindruck von der Familie als sehr ruhig und ausgeglichen. Seit Sonntag sind Polizeikräfte in Apenrade mit dem Fall beschäftigt. Weite Teile des Zentrums um die Straße Reberbanen, in der die Familie wohnte, waren mehrere Stunden lang abgesperrt.

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erstellt am 01.11.2016 | 09:00 Uhr

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