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Regionales

09. Dezember 2016 | 01:07 Uhr

München : Nach Amoklauf: Travemünder Woche hält an Sicherheitskonzept fest

vom
Aus der Onlineredaktion

Es gebe keinen Anlass, das polizeiliche Konzept zu ändern. Politiker im Norden zeigten sich bestürzt angesichts der Tat.

Kiel/Lübeck/Hamburg | Beim Großereignis Travemünder Woche sieht sich die Polizei auch nach dem Münchner Amoklauf gut aufgestellt. Das Sicherheitskonzept sei über die Jahre immer wieder angepasst und verbessert worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Natürlich würden die Ereignisse von München in die Sicherheitsanalyse der Polizeidirektion Lübeck mit einfließen, sagte ein Sprecher. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Anlass, das polizeiliche Konzept zur Travemünder Woche 2016 zu ändern.“ Die zehntägige Veranstaltung war am Freitag eröffnet worden. Die Veranstalter erwarten bis zu eine Million Besucher. Hier geht es zum vollständigen Programm.

Nach den zahlreichen Terroranschlägen auch in Europa sind viele Menschen zutiefst verunsichert - und sensibilisiert. Das erklärt auch, warum in München nach den Schüssen diese Panik ausbrechen konnte. Weil sich der Verdacht eines islamistischen Hintergrunds nicht bestätigt hat, dürften viele Organisatoren von Großveranstaltungen auch im Norden erleichtert sein. 

Mit Trauer und Entsetzen haben Politiker im Norden auf den Amoklauf reagiert. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sprach am Samstag von einem „hinterhältigen Mordanschlag“. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden derer, die durch diese grausame und sinnlose Tat ihr Leben verloren haben.“ Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) reagierte ebenfalls entsetzt auf den Anschlag in München. „Meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer und Verletzen“, twitterte sie am Samstag. München liege 800 Kilometer von Hamburg entfernt, „aber wir sind uns so nahe, dass uns nichts trennen kann. Unsere Freiheit kann uns niemand nehmen!“

Der SPD-Bundesvize und Kieler Fraktionschef Ralf Stegner äußerte über Twitter sein Mitgefühl. Die letzten Wochen seien bedrückend gewesen - „viele unschuldige Menschen verletzt und getötet“. Stegner lobte ausdrücklich die Münchner Polizei. Dies sei ein sehr professioneller Großeinsatz der Polizeikräfte gewesen.

 

Der Kieler Innenminister Stefan Studt (SPD) schrieb am Samstag: „In diesem Moment sind wir mit unseren Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen.“ Der Angriff sei eine „menschenverachtende Tat“ gewesen, die er aufs Schärfste verurteile.

In Schleswig-Holstein sei die Sicherheitslage unverändert, betonte Studt. Landespolizei und Verfassungsschutz stünden in engem Austausch mit den Sicherheitsbehörden auf Länder- und Bundesebene, um kurzfristig auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. „Es besteht weiterhin eine hohe abstrakte terroristische Gefährdungslage, konkrete Hinweise auf Anschlagsplanungen liegen gegenwärtig jedoch nicht vor.“

Ein 18 Jahre alter Deutsch-Iraner hatte am Freitagabend in München neun Menschen erschossen, anschließend tötete er sich selbst. Die Münchner Staatsanwaltschaft ging am Samstag davon aus, dass es sich bei der Tat um einen klassischen Amoklauf gehandelt habe.

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erstellt am 23.Jul.2016 | 14:43 Uhr

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