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Regionales

10. Dezember 2016 | 11:56 Uhr

Fliegen im Privatjet : Mitflugzentralen: Hobbypiloten nehmen Passagiere in SH mit

vom

Mit dem Privatjet in den Urlaub? Was bei Mitfahrgelegenheiten schon lange klappt, soll jetzt auch in der Luft möglich sein: Mitflugzentralen bringen Piloten und Passagiere zusammen - auch in Schleswig-Holstein.

Von Kiel nach Sylt fährt man mit der Bahn etwa drei Stunden und zahlt dafür rund 30 Euro. Mit dem richtigen Angebot einer Mitflugzentrale kostet die Reise zwar 50 Euro, man ist aber schon in einer halben Stunde auf der Insel. Viele Angebote gibt es am Hamburger Airport, aber auch von kleineren Flughäfen wie Rendsburg, Husum oder Heide-Büsum geht es in die Luft. Außerdem werden auch viele Rundflüge angeboten: 45 Minuten Hamburg von oben sehen, kostet beispielsweise 66 Euro pro Kopf. 

<p>Eine Cessna ist ein kleines Propeller-Flugzeug und zählt zu den bekanntesten Flugzeugserien für Privat- und Geschäftsflugzeuge. </p>

Eine Cessna ist ein kleines Propeller-Flugzeug und zählt zu den bekanntesten Flugzeugserien für Privat- und Geschäftsflugzeuge.

Foto: Imago
 

Im Internet gibt es im Moment vier größere Portale, die Flüge zwischen Pilot und Reisendem vermitteln: Wingly, flyt.club, mitfliegen.eu, und Skyüber. Auf den Plattformen inserieren Hobby-Piloten, welche Strecken sie wann fliegen. Interessierte können das Angebot einfach über das System buchen, so wie bei einer herkömmlichen Mitfahrzentale.

<p>Wingly erstellt eine Art Bordkarte mit dem Flugplan, allen Details zur Flugroute und zum Piloten. </p>

Wingly erstellt eine Art Bordkarte mit dem Flugplan, allen Details zur Flugroute und zum Piloten.

Wie funktioniert das?

Auf den Webseiten werden alle angebotenen Flugrouten aufgelistet. Alternativ kann man einen möglichen Abflugsort in der Nähe angeben. Auf den Plattformen werden auch Flugkarten mit allen An- und Abflugsorten angezeigt. Wenn man eine passende Reiseroute gefunden hat, kann man den Piloten per Email oder Handynummer kontaktieren. Daraufhin muss er den Flug bestätigen.

Jeder Pilot hat ein Profil mit einer persönlichen Beschreibung der Person, Angaben zur Maschine, Anzahl seiner Flugstunden und Bewertungen von ehemaligen Passagieren. Außerdem achten die Portale streng auf Sicherheit: Sie prüfen die Lizenz und den Personalausweis des Piloten, sein medizinisches Tauglichkeitszeugnis und das persönliche Flugbuch, in dem laut Gesetz alle absolvierten Flüge eines Piloten eingetragen sein müssen.

Treffpunkt sind häufig kleinere Flugplätze. An den größeren Airports gibt es Terminal abseits der Massenabfertigung, zum Beispiel am Hamburger Flughafen das Geschäftsfliegerzentrum.

<p>Flug von Kiel nach Sylt: Das Profil des Piloten. </p>

Flug von Kiel nach Sylt: Das Profil des Piloten.

Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Laut Wingly gibt es rund 40.000 Privatpiloten in Deutschland. Um ihre Lizenz behalten zu dürfen, müssen sie zwölf Flugstunden im Jahr nachweisen. Aber alleine fliegen ist teuer: Die Kosten für Sprit und Landegebühren können sich die Piloten auf diese Weise mit den Passagieren teilen.

Statt lange im Stau zu stehen oder auf den verspäteten Zug zu warten, können Interessierte auf den Flugportalen ganz spontan und flexibel buchen. Anders als bei den normalen Linienflügen gibt es keine langen Warteschlangen am Check-In oder den Sicherheitsschleusen. Die Kontrolle bei den Privatfliegern geht schneller. Außerdem versprechen die Portale ein ganz neues Flugerlebnis: Propellerflugzeug statt normaler Boing.

Zum Nachteil könnte das Wetter werden: Bei Sturm können die kleinen Privatflugzeuge nicht starten. Es kann also passieren, dass der Pilot die Reise kurzfristig absagen muss. Das Geld wird dann erstattet.

Für alle, die in den Sommerferien also noch Lust auf einen spontanen Kurztrip oder einen Rundflug über die eigenen Stadt haben, kann sich der Klick auf die Privatpiloten-Vermittlungen im Netz lohnen.

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erstellt am 20.Aug.2016 | 00:27 Uhr

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