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Regionales

05. Dezember 2016 | 03:25 Uhr

SM UC-30 mit Minen und Torpedos : Mit Video: Wrack aus dem 1. Weltkrieg – Dänen finden deutsches U-Boot in Nordsee

vom
Aus der Onlineredaktion

Bei der Recherche zu einer dänischen Fernseh-Produktion kommt Spektakuläres ans Licht: Vor Esbjerg finden die Taucher ein vor 99 Jahren gesunkenes U-Boot.

Esbjerg | Sensationeller Wrackfund in der Nordsee vor Esbjerg und Blåvand: Eine dänische Expedition hat an der Westküste das Wrack des deutschen U-Bootes SM UC-30 aus dem ersten Weltkrieg gefunden. Auch 99 Jahre nach dem Verschwinden geht von dem 49,3 Meter langen Tauchboot Gefahr aus: An Bord befinden sich noch 18 scharfe Minen und sechs Torpedos – aber kein Gold.

Die dänische Schiffahrtsbehörde hat Fischern und Tauchern deshalb verboten, nach dem Minenleger zu suchen. Das teilte der Leiter der Expedition, Direktor Gert Normann Andersen, vom Sea War Museum Jutland mit. Zusammen mit den Tauchern einer Firma namens JD-Contractor waren die Beteiligten auf den Fund gestoßen. Das ganze Unterfangen geschah bei den Vorbereitung für die Fernseh-Produktion „DR Historie og Videnskab“. Die Episode soll in Kürze auf DR3 gesendet werden.

Laut Gert Normann Andersen ist seit dem Fund ein Mysterium gelöst. Das ein Jahr zuvor auf der Hamburger Werft Vulkan fertiggestellte U-Boot war am 21. April 1917 mit seiner 23-köpfigen Besatzung verschwunden und blieb verschollen. Nach seinen Angaben liegt die Fundstelle etwa zehn Kilometer westlich der Hafenstadt Esbjerg. Taucher hatten jahrzehntelang vergeblich versucht, das UC30 zu orten. Entscheidende Hilfe brachte nun wie im Film zu sehen der Einsatz eines Multibeam-Echosonars, mit dem man den Meeresboden hochauflösend abtasten und grafisch rekonstruieren kann.

In den kommenden Tagen werden die dänischen Behörden darüber befinden, ob die Minen und Torpedos sicher entschärft werden können. Wenn nicht, wird das Wrack des Kaiserlichen Marine wohl gesprengt werden müsen. Andersen wäre eine Entschärfung der Waffen natürlich lieber: „Als Jüten sind wir ja sehr zurückhaltend, aber wir denken, dass das ein toller Fund ist. Es ist eine spannende Geschichte, die wir im Museum zu erzählen und zeigen sollten“.

Für Hobby-Taucher sei die Stelle allerdings höchst gefährlich, sagt Klaus Randrup, der Leiter des Operationszentrums der Verteidigung. Der Sprengstoff an Bord ist nach seinen Worten noch genau so gefährlich wie vor 99 Jahren. Gert Normann Andersen erklärte gegenüber dem Sender „TV 2“,  das U-Boot sei vermutlich in unmittelbarer Landnähe gesunken. Die letzte Meldung des U-Bootes, das offenbar von britischen Kriegsschiffen gejagt wurde, war von einer Position 72 Seemeilen südwestlich von Lindesnes in Norwegen gesendet worden, als Maschinenprobleme gemeldet wurden.

Danach hat das U-Boot offenbar versucht, an der jütischen Westküste dem Gegner zu entkommen und ist dabei auf eine britische Mine gestoßen. Die Leichen des Kapitäns und mehrerer Besatzungsmitglieder wurden später an der Westküste angeschwemmt. Sie sind danach beerdigt worden, und ihre Grabsteine sind noch heute zu finden.

Während des Krieges produzierte Deutschland 375 U-Boote, 178 davon kehrten nicht mehr in die Häfen zurück. 5000 Männer starben.

Auf der Internetseite von „Danmarks Radio“ wird die tragische Geschichte des SM UC-30 multimedial erzählt.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 16:19 Uhr

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