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Regionales

06. Dezember 2016 | 15:16 Uhr

Russische Luxus-Yacht in Kiel : Medienwirbel: „Sailing Yacht A“ in der Ostsee gefangen?

vom
Aus der Onlineredaktion

Eine englische Zeitung hält es für ausgeschlossen, dass die „Sailing Yacht A“ aus der Ostsee herauskommt. Muss die Öresundbrücke weichen?

Kiel/London | Laut einem Artikel der englischen Zeitung „Daily Mail“ gibt es für die auf der Kieler Werft German Naval Yards (GNY) gebaute „Sailing Yacht A“ kein Entkommen aus der Ostsee. Der Bericht geht allerdings von falschen Tatsachen aus, wie zuerst die Kieler Nachrichten berichteten. Auf deutscher Seite hatte T-Online die fatale Nachricht ungeprüft übernommen, den Fehler aber einige Stunden später berichtigt. Kurzum: Das Schiff des russischen Milliardärs Andrej Melnitschenko kann die dänischen Meerengen durchaus passieren.

Mit 143 Metern ist die „Sailing Yacht A“ eine der größte Segel-Yacht ender Welt. Demnächst soll der Kieler Neubau die Ostsee verlassen.

Die „Daily Mail“ begründete ihre anders lautenden Analyse einerseits damit, dass die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden für die 90-Meter-Masten der Jacht zu niedrig sei, da sie nur eine Durchfahrtshöhe von 57 Metern zulässt. Soweit entspricht die Sache auch den Gegebenheiten.

<p>Bis zu 21 Knoten (39 km/h) soll die Jacht unter Segeln erreichen können.</p>

Bis zu 21 Knoten (39 km/h) soll die Jacht unter Segeln erreichen können.

Foto: Rolf Dunkel

Unterschlagen wurde bei dieser Überlegung allerdings das entscheidende Nadelör, der so genannte Drogden, den die britischen Journalisten mit dem Nord-Ostsee-Kanal verwechselten, bzw. gleichsetzten. Der Bau der kombinierten Öresund-Querung wurde nämlich nicht ausschließlich mit einer Brücke realisiert. Damit hohe Schiffe und Plattformen die Meeresenge weiter passieren können, wurde damals ein großer Teil als Tunnel gebaut - bis zur künstlichen Insel Peperholm. Über dem Drogden-Tunnel verläuft eine Fahrrinne, die Fahrtiefen von acht bis zehn Metern zulässt und 2001 sogar den über 100 Meter hohen Turm der Bohrinsel „Stena Don“ passieren ließ. Bei den Testfahrten war das 200 bis 400 Millionen Dollar teure Schiff allerdings deutlich unter acht Metern geblieben.

Auch ein weiteres viel zitiertes Problem an der Überführung ist zu vernachlässigen: Die Landebahn des nahe gelegenen Flughafens Kastrup. Da es dort zwei Landebahnen gibt, könnten die Fluglotsen die Durchfahrt der Yacht mit dem Flugverkehr leicht koordinierten, so die „KN“.

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erstellt am 12.Okt.2016 | 13:29 Uhr

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