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Lübeck

08. Dezember 2016 | 03:14 Uhr

Und jetzt gestrickter Protest an der Untertrave

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Aktionsbündnis „Lübecks Linden leben lassen“ erfreut sich über unerwartete Unterstützung

Ein bunter Protest gegen die geplanten Abholzung der 48 Linden an der Untertrave: Der Kulturladen Buntekuh hat gestrickt, ein Baumkletterer hat die Motive angebracht. Sie unterstützen damit das Bürgerbegehren „Lübecks Linden leben lassen“.

Die Stadt hat keine Einwände gegen den augenfälligen Protest. „Es handelt sich um Naturfasern“, sagt Nicole Dorel, Sprecherin der Lübecker Stadtverwaltung. Es bestehe kein Grund, die Strick-Kunst zu entfernen. Mitarbeiter der Stadt sind allerdings dabei, die zusätzlich angebrachten Hinweise auf die Internetseite des Aktionsbündnisses zu entfernen. Für die Werbung wäre nämlich eine Genehmigung erforderlich gewesen.

Das Aktionsbündnis meldet inzwischen einen weiteren prominenten Unterstützer. In einem Schreiben an den Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) äußert sich Prof. Dr. Dr. h.c. Peter A. Schmidt, Präsident der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, kritisch gegenüber „einer geplanten Fällung von 48 Bäumen der Winter-Linde in Lübeck“. So heißt es in dem offenen Brief: „In einem Jahr, in dem die Winter-Linde als Baum des Jahres 2016 besondere Würdigung in ganz Deutschland erfährt, vielerorts gepflanzt wird und im Zentrum von Veranstaltungen steht, will die Stadt Lübeck solch traurige Berühmtheit erlangen und dieser bedeutungsvollen Baumart die Anerkennung verweigern?“

Schmidt weiter: „Sicher kann es Gründe für unterschiedliche Auffassungen zu konkreten Vorhaben geben. Bevor aber ein derartiger Kahlschlag umgesetzt wird, müssen die Fakten dafür gründlich geprüft werden. Das uns bekannte Gutachten der Stadt Lübeck ist in dieser Hinsicht unzulänglich.“

Das Aktionsbündnis „Lübecks Linden leben lassen“ hat noch knapp eine Woche Zeit, um 7025 Unterschriften von wahlberechtigten Lübeckern zu sammeln. Am 15. September müssen die Unterschriften für das Bürgerbegehren vorliegen. Man habe sich entschieden, die Zahl der bisher eingegangenen Unterschriften nicht zu ermitteln. Das werde erst am 15. September erfolgen. Man sei aber auf einen guten Weg, das Ziel zu erreichen.




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