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Lübeck

07. Dezember 2016 | 19:30 Uhr

Hamburg und SH : Shopping statt Sonnenbrand: Die Gewinner und Verlierer dieses Sommers

vom

Regen, Sturm, Kälte: Der Sommer fühlt sich herbstlich an. Doch nicht für alle ist das schlecht. Eine Übersicht.

Lübeck/Hamburg | Mitten in der Ferienzeit spielt das Wetter im Norden Herbst - mit Regen, Sturm, kühlen Temperaturen und sonst noch allem, was dazu gehört. Darunter leiden nicht nur Urlauber, sondern beispielsweise auch Eisverkäufer, Freibad-Betreiber und Strandkorbvermieter. Doch es gibt auch Gewinner des Schmuddelwetters. „Wenn es regnet, gehen wir shoppen“, fassten zwei Touristinnen in Lübeck die Lage zusammen.

Gewinner des durchwachsenen Sommerwetters sind:

Ein Modellzug in Hamburgs Miniatur Wunderland.
Ein Modellzug in Hamburgs Miniatur Wunderland. Foto: Daniel Reinhardt
 

- Hallenbäder: Die drei Lübecker Hallenbäder verzeichneten bis zum 9. August rund 4000 Besucher mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch in Hamburg waren Hallenbäder besser besucht als sonst, berichtete Bäderland-Sprecher Michael Dietel.

- Das Multimar Wattzentrum in Tönning im Kreis Nordfriesland. „Wenn kein ,Strandwetter' herrscht, haben wir oft Tage mit über 2000 Besuchern, sagte Sprecherin Alina Claußen. 

- Das Fledermauszentrum „Noctalis“ mit den Kalkberghöhlen in Bad Segeberg: „Unsere Höhlenführungen und die Ausstellung sind gut besucht“, sagte Geschäftsführerin Anne Ipsen. Besonders am frühen Vormittag seien in den Höhlen aktuell auch Fledermäuse zu beobachten. „Denn auch die haben Probleme mit Regen und Wind. Wenn es nachts regnet, bleiben sie lieber in der Höhle“, sagte Ipsen.

- SeaLife Timmendorfer Strand im Kreis Ostholstein: Dort ist derzeit praktisch ständig volles Haus. „Wegen der Ferienzeit bilden sich ohnehin schon lange Schlangen an unserer Kasse. Bei Regen und Kälte sind sie noch länger“, sagte Betriebsleiterin Elitza Jedenat.

- Landesgartenschau Eutin: Wechselhaftes Wetter mit Temperaturen um 20 Grad Celsius und gelegentlichen Schauern sei ideales Gartenschauwetter, sagt Pressesprecherin Kerstin Merx. „Wenn es in Strömen regnet, fahren die Touristen allerdings lieber nach Lübeck, Kiel oder Hamburg.“

- Hagenbeck Tierpark: „Für unsere Besucherzahlen war das gemischte Wetter von Vorteil“, sagte Tierpark-Sprecherin Eveline Düstersiek. Die Leute seien einfach unternehmungslustiger gewesen, mit positiven Auswirkungen für den Zoo. „In den vergangenen sechs Wochen hatten wir ein leichtes Plus.“

- Miniatur Wunderland in Hamburg: Mit einem Besucherplus von bis zu 40 Prozent ist die Modelleisenbahnanlage ein absoluter Gewinner von Temperaturen um die 18 Grad. „Im Juni und Juli waren wir total wetterfühlig“, sagte Mitbesitzer Frederik Braun. Zum Ferienstart sei die Attraktion in der Speicherstadt dann aber durchgehend gut besucht - auch bei 30 Grad.

Auf der Verliereseite stehen:

Die Hochseeinsel Helgoland wird vor allem von Tagesgästen besucht - die in den vergangenen Wochen wegen der starken Stürme nicht kamen.
Die Hochseeinsel Helgoland wird vor allem von Tagesgästen besucht - die in den vergangenen Wochen wegen der starken Stürme nicht kamen. Foto: Marcus Brandt
 

- Strandkorbvermieter: „Uns fehlen die Tagesgäste“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Strandkorbvermieter, Norbert Babies. Die Hotels und die Geschäfte in den Orten seien voll, aber die Strände seien leer. „Das trübt unsere Bilanz.“

- Freibäder: Bis zum 9. August kamen nach Angaben der Lübecker Schwimmbäder rund 11.500 Besucher weniger in die beiden Freibäder der Stadt als im gleichen Zeitraum 2015. Auch bei den Hamburger Freibädern lief es bisher nicht rund. Bäderland klagte über einen Besucherrückgang von rund zehn Prozent. „Es ist quasi nichts los“, sagte Sprecher Dietel.

- Außengastronomie: Vor allem an der Küste spielt das Wetter den Restaurants und Cafés übel mit. „Wer will bei kühlen 17 Grad und Regen schon draußen sitzen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Schleswig-Holstein, Stefan Scholtis. Erste Eisdielen verkauften bereits Glühwein statt Vanille und Stracciatella in der Waffel.

In der Hansestadt sah es bisher nicht anders aus. „Für Außengaststätten am Hafen zum Beispiel waren das natürlich bittere Umsatzeinbußen“, sagte Dehoga-Hamburg-Sprecherin Ulrike von Albedyll.-

- Helgoland: Deutschlands einzige Hochseeinsel lebt vor allem von Tagesgästen, doch die sind wegen der heftigen Winde zum Teil ausgeblieben. Zusätzlich fielen bei Sturm mehrere Schiffsverbindungen aus.

Veranstaltungen, bei denen das Wetter wenig Einfluss hat:

Die Zahl der Gäste des Hansaparks sei relativ wetterunabhängig.
Die Zahl der Gäste des Hansaparks sei relativ wetterunabhängig. Foto: HANSA-PARK Freizeitpark
 

- Karl-May-Spiele Bad Segeberg: „Wir konnten den 200.000. Besucher in diesem Jahr zwei Vorstellungen früher begrüßen als im Vorjahr“, sagt Ute Thienel, Geschäftsführerin der Karl-May-Spiele Bad Segeberg. Daran könne man erkennen, dass das durchwachsene Wetter eine eher nachrangige Rolle für die Entscheidung zum Besuch einer Karl-May-Vorstellung spiele.

- Museen: Bislang sei kein Einfluss des wechselhaften Sommerwetters auf die Besucherzahlen in Lübecker Museen festzustellen, sagte Sprecherin Jutta Junge. „Einige Ausstellungen sind sehr gut besucht, andere weniger gut - das ist völlig normal in den Sommerwochen.“ Das gilt auch für die Hamburger Kunsthalle. Im Juli seien mehr als 44.000 Besucher in das Museum geströmt, pro Tag rund 1630 Gäste, berichtete eine Sprecherin. „Dieses sehr gute Juli-Ergebnis ist unabhängig vom Wetter.“

- Hansa Park Sierksdorf: Das Gästeaufkommen sei wegen der guten Mischung aus Indoor- und Outdoor-Attraktionen relativ unabhängig vom Wetter, sagte Claudia Leicht, Pressesprecherin des Hansa Parks. „Freizeitparkwetter ist immer.“

- Hamburg Dungeon: Angesichts schlechten Wetter trauten sich trotzdem nicht mehr Menschen in das Gruselkabinett in der Hansestadt. „Bei uns war im Juli und auch in den vergangenen Tagen nicht mehr oder weniger los“, sagte eine Sprecherin. Zumindest wenn es nach den Besucherzahlen ginge, sei es für das Dungeon ein ganz normaler Sommer.

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erstellt am 11.Aug.2016 | 10:26 Uhr

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