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Lübeck

05. Dezember 2016 | 15:37 Uhr

Schlachthof unter Denkmalschutz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Jetzt ist es Fakt: Der ehemalige Schlachthof samt Pförtnerhaus steht unter Denkmalschutz. Das Verwaltungsgebäude dahinter ist schützenswert und könnte lediglich zu Wohnraum umgebaut werden. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Brandstiftungen – zuletzt am Sonnabend.

Bausenator Franz Peter Boden hatte es vor zwei Wochen bereits angedeutet, jetzt liegt das Ergebnis vor: Die Schlachthof-Ruine an der Schwartauer Allee steht unter Denkmalschutz. Das gilt für den gesamten Bereich.

Der Schlachthof wurde im Jahr 1929 gebaut. Damals wurden die Schlachttiere am Stadtgraben angelandet, kamen für drei Wochen in eine Quarantänestation und gingen dann über eine Viehtriebbrücke in den Schlachthof. In Deutschland gab es nur fünf solcher Schlachthäuser mit Seeanbindung. Lediglich in Lübeck ist der gesamte Weg der Tiere noch nachvollziehbar. Damit wird das Gebiet von der Kaikante bis zum Schlachthof als „Sachgesamtheit“ erhalten. Unter Einzeldenkmalschutz stehen zusätzlich die Pforte an der Schwartauer Allee und die zum Teil noch erhaltene Viehtriebbrücke. Der Lübecker Schlachthof wurde zwei Mal in Architekturzeitungen erwähnt, so die Obere Denkmalschutzbehörde.

Grundsätzlich kann auf dem Gelände in Absprache mit dem Denkmalschutz gebaut werden. Dann müssten aber die historischen Häuserfluchten beachtet werden. Eine Auflage, die Oliver Prieur (CDU) nicht nachvollziehen kann. Wenn Schlachthallen und Verwaltungsgebäude abgerissen werden würden, sei ja nichts mehr zu sehen. Da würden Häuserfluchten auch nichts nutzen. Damit ist der geplante Bau eines großen Supermarktes nicht mehr möglich, für den der Investor seit Jahren wirbt. Ob Wohnungen möglich sind, muss mit dem Denkmalschutz geklärt werden. Das gehe erst, wenn es konkrete Planungen gebe, so die Denkmalschutzbehörde.

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