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Lübeck

11. Dezember 2016 | 09:05 Uhr

Neuer Ärger um die Kaikante

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Projektgruppe Initiative Hafenschuppen“ erhielt unerwartet Post von der Stadt / Bürgerschaft muss erneut Bauvorhaben beurteilen

Im Februar hatte die Lübecker Bürgerschaft nach monatelanger kontroverser Diskussion entschieden, dass die „Projektgruppe Initiative Hafenschuppen“ ihre Baukonzept-Pläne für die Nördliche Wallhalbinsel umsetzen darf. Jetzt aber erhielt die Initiative überraschend eine Mail von der Stadt: Die beiden wertvollsten Grundstücke der zu überplanenden Fläche könne die „Initiative Hafenschuppen“ nicht übernehmen. Die Flächen würden an andere Investoren verkauft.

Zur Vorgeschichte: Jahrelang wurde um die bauliche Veränderung der nördlichen Wallhalbinsel gestritten. Im Februar zog dann die Lübecker Stadtverwaltung ihre Pläne zurück, da eine Realisierung aufgrund der politischen Mehrheitsverhältnisse in der Bürgerschaft nicht möglich erschien. Stattdessen solle die Projektgruppe Initiative Hafenschuppen ihr Konzept verwirklichen. Um so überraschter war Klaus-Dieter Holst von der Projektgruppe, als die Stadtverwaltung per Mail mitteilte, dass die Spitze der Halbinsel – mit dem bestehenden Strandsalon und die Fläche für das geplante Hotel – nicht zur Verfügung stehe. Diese Grundstücke seien aber für die Nutzung, Gestaltung und Finanzierung des Projektes unverzichtbar, betont der Sprecher der Projektgruppe Hafenschuppen. Nach den neuen Plänen der Stadt solle zum Beispiel die Projektgruppe das Parkhaus finanzieren, das Grundstück für das angrenzende Hotel aber nicht nutzen. Marcel Niewöhner, Fraktionschef der BfL (Bürger für Lübeck) zitierte im Hauptausschuss aus besagter und erntete Kritik aus der Verwaltung: Der Vorgang sei nicht öffentlich, hieß es.

In der Stadtverwaltung sieht man den Beschluss der Bürgerschaft anders. „Den Bürgerschaftsbeschluss könne man so oder so interpretieren“, sagte Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) auf der Sitzung des Hauptausschusses. Für die Verwaltung sei es bei dem Beschluss nur um den Erhalt der historischen Hafenschuppen gegangen, nicht aber um die freien – zur Bebauung anstehenden – Flächen. Man verhandle aber noch mit der Projektgruppe Initiative Hafenschuppen.

Im Ausschuss hatte die Interpretation des Bürgerschaftsbeschlusses durch die Stadtverwaltung Verwunderung ausgelöst. „Es gibt keinen Interpretationsspielraum“, so Ragnar Lüttke (Linke). „Darin sind wir uns alle einig“, sagte SPD-Fraktionschef Jan Lindenau. Der Hauptausschuss war sich einig, notfalls noch einen Beschluss in der Bürgerschaft zu fassen, der die Lage konkretisiert.

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