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Lübeck

09. Dezember 2016 | 01:10 Uhr

Lübeck setzt auf Blitzer-Anhänger

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Hansestadt setzt ab 2017 testweise neuartige personalfreie Geschwindigkeitsmessgeräte ein

Feste Radar-Anlagen werden von Autofahrern erkannt, mobile Blitzer benötigen Personal. Lübeck setzt deshalb ab kommendem Jahr auf ein neues System: Container, die bis zu einer Woche am Straßenrand stehen können und dann an einen neuen Standort gebracht werden. Innensenator Ludger Hinsen (CDU) berichtet von vielen Bitten an die„ Stadtverwaltung, in bestimmten Straßen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu kontrollieren. Feste Blitzer seien zu teuer und erfassten nur einen kleinen Bereich. Die vorhandenen Laser- und Lichtschrankengeräte benötigten Personal. Das sei besonders in den Nachtstunden ein Problem.

Die Lösung, die Hinsen präsentiert, lautet: Blitzer-Hänger. 2017 wird das System sechs Monate lang erprobt. Jeweils drei Monate wird eines der beiden auf dem Markt verfügbaren Geräte auf seine Alltagstauglichkeit geprüft. Die über eine Tonne schweren Geräte werden am Straßenrand abgestellt und arbeiten dann automatisch. Sie überwachen mehrere Fahrspuren, können Lkw von Pkw unterscheiden und lassen sich auch zeitlich einstellen. Damit könnten sie zum Beispiel vormittags vor Schulen bei Tempo 30 blitzen, nachts ab Tempo 50. Die Akkus halten etwa eine Woche. Gemessen wird mit Laser-Technik.

Die Hansestadt wird die Testgeräte nur mieten für 8000 Euro pro Monat – inklusive einer Vandalismus-Versicherung. „Bei nur einem Raser pro Stunde sind die Kosten gedeckt“, hat die Verwaltung ausgerechnet. Im Fachbereich hat man Mehreinnahmen durch den Test von rund 140  000 Euro eingeplant.

Sind die Geräte erfolgreich im Einsatz, möchte der Innensenator dauerhaft einen Blitz-Anhänger für Lübeck anmieten. Ein Kauf komme nicht in Betracht, da die Stadt dann für Vandalismus-Schäden aufkommen müsse. Und die gibt es in Lübeck bekanntlich häufig an den Messgeräten (wir berichteten). Der Mietpreis reduziere sich bei längerer Nutzung auf rund 6000 Euro im Monat.

Mit der neuen Technik werden erstmals auch Motorradfahrer erfasst. Fahrzeuge werden von vorne und hinten fotografiert. Auch wenn der Halter auf Grund des Helms bestreiten kann, selbst gefahren zu sein, drohen im Konsequenzen. Er müsste dann ein Fahrtenbuch führen, damit bei weiteren Verstößen klar ist, wer am Lenker saß.

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