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Lübeck

05. Dezember 2016 | 17:43 Uhr

Lübeck lässt zweites Baumgutachten erstellen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bürgerentscheid über Erhalt der Winterlinden an der Untertrave findet am 18. Dezember statt

Der Beschluss in der Sondersitzung der Lübecker Bürgerschaft fiel einstimmig: Am 18. Dezember werden die Bürger der Hansestadt darüber entscheiden können, ob die Winterlinden im Rahmen der Umgestaltung der Straße „An der Untertrave“ gefällt werden oder ob sie erhalten bleiben sollen.

Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) betonte erneut, dass die für den Umbau des Traveufers zur Flaniermeile zugesagten Zuschüsse verloren seien, falls sich die Mehrheit für Erhalt der Linden ausspreche und das Projekt nicht in Angriff genommen werden kann.

Vor dem Hintergrund der seit Wochen anhaltenden Diskussion in der Hansestadt über den Erhalt der 48 Winterlinden, die im Zuge der Umgestaltung der Untertrave gegen 60 neue Bäume ausgetauscht werden sollen, hat die Stadtverwaltung ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben. Das hat Bürgermeister Saxe in der Sondersitzung mitgeteilt.

Die Stadt hatte bereits ein Gutachten vorgelegt, das den Bäumen eine eingeschränkte Vitalität und eine niedrige Lebensdauer bescheinigt. Dieses Gutachten wird aber von den Initiatoren des Bürgerbegehrens „Linden leben lassen“ angezweifelt. Auch wenn die Stadtverwaltung von der Richtigkeit dieses Gutachtens überzeugt sei, habe man das renommierte Institut für Baumpflege aus Hamburg mit der Erstellung eines weiteren Gutachtens beauftragt, welches nun mit der Analyse beginne, erläuterte Bürgermeister Saxe: „Mit der Beauftragung eines weiteren Baumgutachtens durch einen unabhängigen, öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen soll eine zweite Meinung zum Zustand der Bäume eingeholt werden.“

Zum Hintergrund: Seit Mitte der 1970er Jahre dienen regelmäßig vorgenommene Baumkontrollen im Lübecker Stadtgebiet „neben der Gewährleistung der Verkehrssicherung auch dazu, Fehlentwicklungen eines Baumes zu erkennen und rechtzeitig Pflegemaßnahmen zu ergreifen, welche die Baumgesundheit aufrecht erhalten sollen“. Auf Grundlage dieser Daten erfolgte 2012 durch den „Bereich Stadtgrün und Verkehr“ die Aussage zum Zustand der Bäume, „dass ein langfristiger Erhalt der Bestandslinden nicht möglich“ sei. Jede Veränderung am Standraum, ob Verbesserung oder Verschlechterung, führe unweigerlich zum Absterben der Bäume. Eingriffe in den statisch wirksamen Wurzelbereich schränkten die Standsicherheit ein. „Auch weisen die Linden als Folge des sehr kleinen und stark verdichteten Wurzelraums einen schlechten Erhaltungszustand auf – die Entwicklung ist zum Teil bereits rückgängig“, heißt es in dem Bericht. Ein dauerhafter und langjähriger Erhalt der Bäume bei Umgestaltung der Fläche wurde als unwahrscheinlich eingeschätzt. Das jetzt vorgelegte Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Baumpflege, -sanierung und – bewertung bestätige diese Aussage. „Viele Anfragen von Bürgern bei der Verwaltung machen jedoch deutlich, dass hier Sorgen und Zweifel bestehen“, so Bürgermeister Saxe. Anmerkungen wie „Die Bäume sind doch noch grün“ oder „Linden werden 200 Jahre alt“, belegen die Skepsis der Bürger in Bezug auf die geplante Fällaktion. „Mit diesem zweiten Baumgutachten soll nunmehr eine zusätzliche Informationsbasis geschaffen werden, welche wiederholt den Gesamtzustand der Bäume bewertet. Weiterhin erfolgt eine erneute Beurteilung der Bäume im Hinblick auf die geplante Baumaßnahme und Aussagen zu Revitalisierungsmöglichkeiten. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende November vorliegen“.




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