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Lübeck

10. Dezember 2016 | 11:50 Uhr

Kritik der Gewerkschaft : Hafenbetriebsverein Lübeck stellt Insolvenzantrag

vom

Der Lübecker Hafen hat Probleme. Mehrere Großkunden sind abgesprungen. 153 Mitarbeiter sind betroffen.

Lübeck | Der Hafenbetriebsverein (HBV) Lübeck hat am Montag beim Lübecker Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 153 Hafenarbeiter, die beim HBV angestellt sind und vom Hafenbetreiber Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) ausgeliehen werden.

Zunächst werde es keine Entlassungen geben, alles laufe weiter wie bisher, sagte der Vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Pannen. Auf den Betrieb des Hafens habe der Antrag zunächst keine Auswirkungen. Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ über den Insolvenzantrag berichtet.

LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens sprach von einer ernsten Situation. Es sei wichtig, dass der Hafen für die Kunden verlässlich bleibe, sagte er. Die LHG, die sich selbst in schwierigem Fahrwasser befindet, erwarte vom HBV, dass er eine tragfähige Lösung für die dort gerade in letzter Zeit stark angestiegenen Kosten findet. „Wir werden an allen vernünftigen Lösungen konstruktiv mitarbeiten und den Insolvenzverwalter bei seiner Arbeit unterstützen“, sagte Jürgens.

Für die Gewerkschaft Verdi ist der Insolvenzantrag unverständlich. Die Lohnkosten der Beschäftigten würden durch die Umlage der „Besteller“ gedeckt, sagte der Landesfachbereichsleiter Verkehr von Verdi, Gerhard Mette. „Möglicherweise will man auf diese Weise Beschäftigte loswerden, da die LHG Kunden verloren hat und Überkapazitäten abbauen muss.“   Der HBV ist ein eingetragener Verein, an dem acht Hafenbetriebe beteiligt sind. 97 Prozent der Angestellten arbeiten nach Angaben Mettes jedoch ständig bei der LHG.

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erstellt am 06.Jun.2016 | 19:55 Uhr

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