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Lübeck

04. Dezember 2016 | 23:26 Uhr

„Die Stadt Lübeck hat keinen Baustopp am Wehdehof verhängt“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Bauarbeiten am umstrittenen Parkhaus Wehdehof in der Altstadt können sich verzögern

„Die Hansestadt Lübeck hat zu keiner Zeit einen Baustopp auf der Baustelle Parkhaus Wehdehof verhängt.“ Mit diesen Worten reagiert die Stadt auf anders lautende Medienberichte der vergangenen Tage, als die Bauarbeiten nicht voranschritten.

„Nachdem im Juni aufgrund der Bauarbeiten archäologische Befunde festgestellt wurden, wird die Baumaßnahme unter archäologischer Aufsicht weiter geführt. Alle Arbeiten erfolgen jetzt in enger Absprache zwischen dem Bereich Archäologie der Hansestadt Lübeck und der Bauherrin, um die Erfassung und Dokumentation der Befunde gemäß Denkmalschutzgesetz sicher zu stellen“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Zur Vorgeschichte: Im Wehdehof auf der Lübecker Altstadtinsel entsteht zur Zeit ein neues Parkhaus mit rund 630 Stellplätzen (wir berichteten). Die Baustelle befindet sich in einem archäologisch interessanten Areal: Im 13. Jahrhundert verlief dort dem ursprünglichen Ufer der Trave folgend die Stadtgrenze, wo sich heute die Beckergrube befindet. Damals wurde Lübeck um ein Drittel vergrößert. Archäologen vermuten, dass Befunde dieser künstlichen Stadterweiterung noch zu finden sind.

Die Parkhaus–Baumaßnahme befindet sich seit 2012 in der Planung, „der Bereich Archäologie ist seitdem beteiligt“, so ein Sprecher der Stadt. Grundsätzlich sind Bauherren gemäß Denkmalschutzgesetz verpflichtet in sensiblen Gebieten (darunter fällt die gesamte Lübecker Altstadt) die archäologischen Belange zu berücksichtigen. Das heißt: Wird eine bisher nicht erforschte Erdschicht aufgrund der Baumaßnahme berührt, so kann dies nur in Absprache mit der Archäologie erfolgen, um mögliche Befunde dokumentieren zu können.

Im Falle Wehdehof war nicht geplant, in eine noch nicht erforschte Erdschicht unterhalb der „alten“ Bebauung einzugreifen. Das änderte sich offenbar während der Arbeiten: Die Gründung des Parkhauses erfolgt tiefer mit Bodenaushub unterhalb der ehemaligen Sohle. Knackpunkt: Dies war gegenüber der Lübecker Denkmalschutzbehörde nicht beantragt, „so dass jetzt kurzfristig, ohne Vorplanung, den Archäologen gemäß Denkmalschutzgesetz die Möglichkeit eingeräumt werden muss, mögliche Befunde zu sichern. Bauplanerische Abstimmungen, wann und wo archäologische Untersuchungen in welchem Umfang notwendig sind, konnten so im Vorfeld nicht stattfinden“, erläutert die Stadt und betont: „Das führt jetzt dazu, dass die Grabungen in einen neuen Bauablaufplan integriert werden müssen, Verzögerung der Fertigstellung sind nicht auszuschließen“.

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erstellt am 18.Jul.2016 | 18:18 Uhr

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