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Lübeck

07. Dezember 2016 | 15:39 Uhr

Die neue Klinik rollt auf 80 Lkw an

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Auf dem Gelände des Universitätsklinikums Lübeck entsteht in Fertigbauweise eine Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Die ersten Module für die neue Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe rollen zur Montage auf dem Campus Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein an. Die neue Frauenklinik wird als viergeschossiger Bau in Modulbauweise in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik an das Zentralklinikum angegliedert. Auf einer Grundfläche von 6756 Quadratmetern, davon 3342 Quadratmeter Nutzfläche, entstehen Räumlichkeiten, die höchsten Anforderungen an eine moderne gynäkologische Klinik gerecht werden und beste Voraussetzungen für universitäre Spitzenmedizin verbunden mit individuell ausgerichteter Krankenversorgung und Pflege schaffen.

Bis zum 22. August werden 80 Module für den Neubau angeliefert und montiert, die jeweils eine Länge von etwa 16 Metern und eine Breite von etwa vier Metern aufweisen. Am Mittwoch verlief jedoch nicht alles nach Plan: Gegen 7.30 Uhr befuhr einer der etwa 30 Meter langen Schwertransporte mit einem Container den Mönkhofer Weg. Beim Einbiegen auf das Klinikgelände platzte ein Hydraulikschlauch. Endstation! Der Mönkhofer Weg, der Rettungswagen, Notarztfahrzeugen und Besuchern mit Pkw als Zufahrt zum Klinikum dient, mussten über die Ratzeburger Allee das UKSH anfahren. Auch der Linienbusverkehr, der über das UKSH-Gelände führt, war betroffen. Techniker waren eifrig bemüht, am Lkw einen neuen Hydraulikschlauch zu montierten, was sich als langwieriges Unterfangen erwies, da sich zunächst kein Druck aufbauen wollte.

Mit einem bis zu 400 Tonnen belastbaren Autokran werden die bis zu 15 Tonnen schweren Bauteile vom Tieflader zur Baustelle bewegt und zu einem Baukörper zusammengefügt. Dabei werden insgesamt vier Geschosse in Modulbauweise realisiert, Keller und Treppen- beziehungsweise Aufzugsfläche wurden in Massivbauweise erstellt. Die zukünftige Erdgeschossebene, das erste Obergeschoss sowie das zweite Obergeschoss werden mit den neuen, im Bestandsgebäude umzubauenden Klinikbereichen durch Erschließungsflure verbunden.

Der Neubau der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe wird ein hochmodernes Eltern-Kind-Zentrum der höchsten Versorgungstufe (Perinatalzentrum Level I) beheimaten. Integriert sind eine Erstversorgungseinheit und eine neonatologische Intensivstation mit bis zu zwölf Plätzen für kranke Früh- und Neugeborene. Eltern werden zukünftig noch näher bei ihren Kindern sein und in Zukunft auch Eltern-Kind Zimmer nutzen können.

Für die Geburtshilfe stehen zukünftig vier modern ausgestattete Kreißsäle mit Entspannungsbad, einer Entbindungswanne und Wehenzimmern sowie ein eigener Sectio-OP mit Erstversorgungsraum bereit. Zehn Zwei-Bett-Zimmer mit Bad bieten eine angenehme Umgebung für Wöchnerinnen. Die allgemeine Gynäkologie verfügt über 17 Zwei-Bett-Zimmer sowie vier zusätzliche Ein-Bett-Zimmer. In der Poliklinik befinden sich sechs Räume für Untersuchung, Diagnostik und Therapie. Gynäkologische OPs werden mittelfristig im Zentral-OP stattfinden. Vorteil für die Patientinnen: Hier kommt modernste Medizintechnik wie z.B. 3D-Laparoskopie-Geräte mit großen Bildschirmen zum Einsatz.

Die Gesamtbaukosten, inklusive der Baunebenkosten für das neue Klinikgebäude belaufen sich auf rund 24 Millionen Euro. Gebaut wird unter der Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH). Die Planung des Baus erfolgte durch das Architekturbüro HDR TMK Planungsgesellschaft mbH. Das sogenannte Modul-Hybridgebäude soll im Dezember 2016 fertig gestellt werden. Der Bezug des Neubaus ist dann für das Frühjahr 2017 geplant.

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