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Lübeck

10. Dezember 2016 | 21:37 Uhr

Messerangriff in Lübeck : 75-Jähriger attackiert vermeintlichen Nebenbuhler - „Wahnhafte Störung“

vom

Der Angeklagte vermutete ein Verhältnis des Opfers mit seiner Frau. Das Urteil wird am 9. November erwartet.

Lübeck | Im Prozess um einen lebensgefährlichen Messerangriff in Lübeck hat am Donnerstag auch die Verteidigung für den Angeklagten Freispruch und Unterbringung in der Psychiatrie gefordert. Zuvor hatte bereits die Staatsanwaltschaft beantragt, den 75-Jährigen freizusprechen und in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen. Beide Seiten stützten sich bei ihren Anträgen auf den psychiatrischen Sachverständigen. Dieser hatte dem Angeklagten eine wahnhafte Störung attestiert.

Im März dieses Jahres hatte der 75-Jährige einen 73 Jahre alten Bekannten vor einem Lübecker Café mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt. Andere Bekannte hätten angedeutet, dass der 73-Jährige vor Jahren ein Verhältnis mit seiner Ehefrau gehabt habe, hatte der Angeklagte zu Beginn der Prozesses ausgesagt. Das habe er nicht auf sich sitzen lassen wollen, sagte der aus der Türkei stammende Mann. Der psychiatrische Sachverständige kam in seinem Gutachten dagegen zu dem Ergebnis, ein solches Verhältnis habe es nur in der wahnhaften Vorstellung des Angeklagten gegeben.

„Der Angeklagte hat hier vor Gericht zwar bekundet, dass sein Verhalten falsch war. Aber er geht immer noch davon aus, dass der Ehebruch stattgefunden hat, deshalb ist er immer noch gefährlich für die Allgemeinheit“, sagte Verteidiger Frank-Eckhard Brand in seinem Plädoyer. Er und sein Kollege Oliver Dedow beantragten deshalb, den 75-Jährigen wegen Schuldunfähigkeit vom Vorwurf des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung freizusprechen. 

In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte: „Ich habe keine Schuld auf mich geladen. Ich beantrage meine Freilassung.“ Das Gericht will sich mit der Urteilsfindung nach Angaben des Vorsitzenden Zeit lassen. Statt wie ursprünglich geplant am Donnerstag soll das Urteil erst am Mittwoch nächster Woche verkündet werden.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 12:48 Uhr

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