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Kiel

04. Dezember 2016 | 11:20 Uhr

Promenade : Zur Reparatur fehlt das Geld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die nördliche Kiellinie ist wegen Unterspülungen halbseitig gesperrt. Dieser Zustand wird über Monate, wenn nicht über Jahre anhalten. Denn für die Instandsetzung fehlt der Stadt das Geld.

Die nächste Kieler Woche kommt bestimmt. Doch auf den freien Blick auf Förde, Segler und Windjammer müssen die Passanten im nördlichen Abschnitt der Kiellinie verzichten. Ein mächtiges Gitter sperrt die seeseitige Hälfte der Promenade auf einer Länge von 500 Metern ab. Der Grund sind Unterspülungen – und der Stadt fehlt das Geld zur Reparatur.

Bereits seit Ende 2015 sind die Schäden bekannt. Zwischen dem Sporthafen Düsternbrook und dem Anleger Bellevue weist die Spundwand starke Rostschäden auf. Salzwasser ist eingedrungen und hat die Promenade unterspült. „Die Absperrung ist in der Tat hinderlich“, räumt die Stadt ein, „aber aus Sicherheitsgründen unvermeidbar“.

Die Reparaturkosten werden auf mindestens 3,7 Millionen Euro taxiert – für die Instandsetzung der Spundwand, den Tauchereinsatz, die Betonfüllung und die Wiederherrichtung der Promenade. Sollte der beliebte Weg am Wasser komplett erneuert werden, könnten es sogar 8,8 Millionen Euro werden. So oder so: Die Millionensumme lässt sich nach Auskunft der städtischen Pressestelle durch übliche Umschichtungen im Haushalt nicht stemmen.

Folge: „Die Verwaltung wird dem Rat vorschlagen, Mittel für die Sanierung in den nächsten Haushaltsjahren so früh wie möglich bereitzustellen.“ Soll heißen: Das laufende Jahr ist bereits abgehakt, aber selbst für 2017 ist nicht garantiert, dass Bautrupps die Kiellinie erreichen. Spaziergänger, Skater, Jogger und Radfahrer müssen sich in Geduld üben und verstärkte Rücksicht nehmen. Zur Kieler Woche und in den folgenden Sommermonaten wird’s eng.

Auch eine provisorische Reparatur ist für die Stadt kein Thema. Das Verfüllen der Hohlräume samt Verdichtung ist zwar technisch möglich, kostet aber einen sechsstelligen Betrag und ist der Stadt für eine reine Übergangszeit zu teuer. „Nur die gemeinsame Sanierung der Uferwand und der Promenade ist wirtschaftlich sinnvoll“, erklärt die Pressestelle.

Die Gefahr, dass die Unterspülungen sich fortsetzen und irgendwann die Promenade ins Rutschen kommt, besteht laut Stadt nicht. Denn so viel Geld ist immerhin vorhanden, dass Taucher alle sechs Monate nach dem Rechten sehen. Sie würden im Zweifelsfalle Alarm schlagen.  

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erstellt am 22.Apr.2016 | 18:26 Uhr

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