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Kiel

27. August 2016 | 17:07 Uhr

Gerüchte : Woolworth-Haus wird abgerissen: Kommt bald Primark nach Kiel?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fokus Development will den neuen Mieter mit Abrissbeginn im Mai bekanntgeben. Ikea plant derweil eine Abholstation in Flensburg.

Kiel | Die Baugenehmigung für ein neues Handelshaus am Berliner Platz liegt vor. Die Abrissbagger sollen im Mai anrücken – das frühere Woolworth-Gebäude mit der prägnanten Granit-Fassade in Wellenform wird dann aus dem Stadtbild an der Kieler Holstenstraße verschwinden. Die 50 Millionen Euro schweren Pläne von Fokus Development aus Duisburg hat Projektentwickler Andrej Pomtow am Dienstagabend in der Sitzung des Ortsbeirats Mitte konkretisiert. Die Kern-Frage – die nach dem zukünftigen Mieter – wollte er aufgrund einer Schweige-Vereinbarung nicht beantworten: Kommt der irische Textil-Discounter Primark nun nach Kiel? Seit Monaten kocht die Gerüchteküche. „Mit Abrissbeginn werden wir den Namen bekanntgeben“, versprach Pomtow den Zuhörern.

Ein neuer Mieter für das Woolworth-Haus und ein vergrößertes Ikea: Die Filiale in Kiel ist neben der in Lübeck die einzige in Schleswig-Holstein. Das Einzugsgebiet des Ikea-Standortes in Kiel umfasst das nördliche und mittlere Schleswig-Holstein sowie die dänische Grenzregion. Daher dürften sich die Flensburger über eine neue Abholstation freuen.

Der Projektentwickler stellte zudem eine große Zahl in den Raum. Auf die Frage nach Jobs sagte er: „Das ist mieter-abhängig. Aber wenn es derjenige wird, der eine sehr hohe Anzahl von Arbeitsplätzen schafft, dann geht es bei vergleichbaren Standorten schon an die 500 Arbeitsplätze.“

Zuvor hatte Pomtow eine überarbeitete Version der Fassade des geplanten repräsentativen Geschäftshauses mit rund 5500 Quadratmetern Verkaufsfläche auf vier Etagen vorgestellt. Es soll den beigefarbenen Grundton des dominanten Meislahn-Gebäudes nebenan im Beton aufgreifen. Neu ist: klare Linien im Eingangsbereich statt Parabelform, Kupfer-Elemente statt goldfarbener Details an Fenstern, Türen und Dach. Die Fertigstellung ist für Herbst 2018 vorgesehen.

Aber – Abriss ab Mai? Da gab es eine besorgte Nachfrage. „Ist der bis zur Kieler Woche fertig?“, wollte ein Beiratsmitglied wissen. Antwort: „Wir fangen hinten an. Das Letzte, was fällt, ist die Welle“, so Pomtow, der den Abbruch verteidigte – der zukünftige Alleinnutzer habe spezielle Anforderungen etwa an die Geschosshöhe. Das bestehende Gebäude werde dem nicht gerecht. Kritik gab es an einer geschlossenen Betonwand zur Holstenstraße hin („bisschen viel Grau“). Antwort des anwesenden Baudezernenten Peter Todeskino (Grüne): „Das ist brandschutztechnisch eine zwingende Anforderung.“

Ikea präzisierte die Erweiterungspläne für seinen Kieler Standort, die sich das schwedische Unternehmen mehr als 50 Millionen Euro kosten lassen will. Außerdem soll in Flensburg eine Abholstation für (im Internet) bestellte Ware des Möbel-Riesen entstehen – es nennt sich „Pick-up Point“. In Leipzig und Ravensburg sind bereits zwei solcher Lager, teilweise mit Ausstellfläche, entstanden. Projektmanager Norbert Kopczynski sagte: „Flensburg soll kommen – aber noch ist unklar, wann und wo.“

Die avisierte Neueröffnung des Kieler Hauses steht hingegen fest: Ende 2018. Die Erweiterung – eine um gut 5000 Quadratmeter vergrößerte Verkaufsfläche, eine um 250 Stellflächen aufgestockte „Parkpalette“ , der Neubau eines Glashauses für Gartenmöbel, ein 30 Meter hohes Hochregallager hinter dem Gebäude – soll schrittweise bei laufendem Betrieb geschehen. Zudem sollen E-Tankstellen mit kostenfreier Auflademöglichkeit kommen und eine Lastenfahrrad-Station entstehen, damit Kunden kleinere Einkäufe auch per Drahtesel in die Innenstadt transportieren können.

Nachfragen nach Arbeitsplätzen konnte Kopczynski indes nicht konkret beantworten: „Momentan können wir noch nicht zusichern, wie viele Arbeitsplätze wir schaffen werden.“

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erstellt am 17.Mär.2016 | 06:08 Uhr

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