zur Navigation springen

Kiel

11. Dezember 2016 | 09:06 Uhr

Marinefachschule in Wik : Wohnungssuche in Kiel: Studenten ziehen in Flüchtlingsheim und Tatort-Kulisse

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

1000 Studenten haben noch keine Wohnung gefunden. Jetzt gibt es eine Übergangslösung.

Kiel | Doppelter Abi-Jahrgang – das bedeutet nicht nur drangvolle Enge in den Hörsälen sondern auch deutlich mehr Wohnungssuchende im Norden. Um die Not der derzeit noch rund 1000 Studenten zu lindern, die auch drei Tage nach Semesterbeginn immer noch keine Bleibe gefunden haben und auf den Wartelisten der Heime stehen, hat das Studentenwerk Schleswig-Holstein jetzt zumindest für Kiel eine Notlösung bis zum Jahresende gefunden. In der Landeshauptstadt können angehende Akademiker zunächst in eine nicht mehr komplett belegte Flüchtlingsunterkunft ziehen.

Die ehemaligen Marinefachschule im Stadtteil Wik – oft als Kulisse für die Kieler Tatort-Krimis genutzt – war von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) Ende vergangenen Jahres für die Unterbringung von Asylbewerbern hergerichtet worden. Die 15 jetzt neu eingerichteten Zimmer im dritten Stock sind mit zwei bis acht Bettplätzen sowie Spinden, Schließfächern und Kühlschränken ausgestattet. In zwei Gemeinschaftsküchen können die Studierenden an Kochinseln ihre Mahlzeiten zubereiten. Die sanitären Anlagen umfassen elf Gemeinschaftsbäder und 14 WCs.

Im Mietpreis von 100 Euro pro Monat ist die Nutzung von WLan eingeschlossen. „Es ist eine große Hilfe, dass die Bima kurzfristig die flexible Nutzung der frisch renovierten Räumlichkeiten gestattet und so mehr als 80 Studierende entspannter in das Semester starten können“, erklärte Kiels Sozialdezernent Gerwin Stöcken am Dienstag. Kristin Alheit, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Wissenschaft, hob die gute Verkehrsanbindung des Geländes im Kieler Norden hervor.

Laut Studentenwerk wird zunächst ein Mietvertrag für vier Wochen ausgestellt, der höchstens zwei Mal verlängert werden kann. Der Grund: Gemäß der Überlassungsvereinbarung mit der Bima hat die Unterbringung Geflüchteter Vorrang vor studentischem Wohnen. Immerhin hat die Bima zugelassen, dass einige Räume auch weiterhin als Kulisse für „Tatort“-Kommissar Borowski freigehalten werden. Verwaltung und Studentenwerk sind aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit allerdings zuversichtlich, dass sich die Wohnungssituation für die Studierenden im Laufe des Semesters entspannt.

Insgesamt studieren in Kiel jetzt 34.000 junge Menschen an der Universität, Fachhochschule und Kunsthochschule. Auch in Flensburg sind mit 5300 so viele Studenten an der Uni eingeschrieben wie nie zuvor. Auch die FH meldet mit 4400 Studenten einen neuen Rekord.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Okt.2016 | 11:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen