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Kiel

02. Dezember 2016 | 19:17 Uhr

Wo das Geld verplempert wird

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nicht nutzbare Haltestelle, Anti-Homophobie-Lehrmaterial, Planungsverzug der A 20

3,8 Millionen Euro überweist das Land jedes Jahr an die Landesforsten. Dabei liegen bei der inzwischen profitablen Anstalt öffentlichen Rechts neun Millionen Euro auf der hohen Kante – für wenig Zinsertrag. Dass der Finanzausschuss des Landtag einstimmig beschlossen hat, die Rücklage abzubauen, schert den von einer Spitzenbeamtin der Landesregierung geführten Verwaltungsrat offenbar nicht.

Unter dem Titel „Echte Vielfalt unter dem Regenbogen“ hat das Sozialministerium Arbeitsmaterialien für Grundschulen gegen Homophobie bestellt. Kosten: 20  000 Euro. Das Werk stellte sich als komplett unbrauchbar heraus. Zurückverlangt wird das Steuergeld aber nicht.

70  000 Euro kostete eine Schulbushaltestelle in Ratzeburg. Die darf aber nicht genutzt werden. Grund: Entgegenkommende Busse kommen nicht aneinander vorbei. Alternative nun: Man könnte auf dem Schulgelände selbst neue Haltestellen errichten. Kosten: etwa 300  000 Euro.

Mindestens 480  000 Euro und einen Planungsverzug von zwei Jahren kostet das Übersehen eines verlassenen Adlerhorstes im Zuge der A  20-Planung. Der Horst hätte in der Umweltverträglichkeitsprüfung auftauchen müssen. Tat er aber nicht. Allein für die Neukartierung von Brutvögeln, Wasserlebewesen, Fledermäusen, Amphibien, Reptilien, Libellen, Haselmäusen und Fauna-Flora-Habitat-Lebensraumtypen wird mit neuerlichen Kosten von 295  000 Euro gerechnet.

Sechs Häuser für 363 Flüchtlinge lässt die Stadt Lübeck bauen. Kosten: Mindestens 8,3 Millionen Euro. Fragwürdig: Die Häuser müssen nach 10 Jahren wieder abgerissen werden.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 12:35 Uhr

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