zur Navigation springen

Kiel

06. Dezember 2016 | 23:01 Uhr

Holstenstrasse : Wie viele Besucher kommen wirklich?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kiel-Marketing will die Passantenzahlen in der Holstenstraße rund um die Uhr erfassen lassen und hofft auf Zusatzinformationen – im Einklang mit dem Datenschutz.

Ob die Einkaufsmeile Holstenstraße viele Flaneure zum Stadtbummel einlädt, das lässt sich an nackten Zahlen ablesen. Die jüngste Passanten-Zählung in der Kieler Holstenstraße ergab einen 11. Platz unter 13 norddeutschen Städten. Mit bis zu 3345 Besuchern pro Stunde musste sich Kiel in der diesjährigen Passantenfrequenzzählung von Jones Lang La Salle hinter Lübeck (Breite Straße: dritter Platz; 5615 Besucher) und Flensburg (Holm: achter Platz; 4530 Besucher) einreihen. Hannover, Hamburg und Bremen landeten auf den vorderen Rängen. Schlechter als Kiel schnitten Hildesheim und Lüneburg ab. Bundesweit liegt Kiel – im Vergleich der meistbesuchten Einkaufsmeilen in 170 Städten – in diesem Jahr auf Platz 87 (2015: Platz 73). Allerdings ließ das Immobilienberatungsunternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main auch nur einmal im Jahr in den stärksten Innenstadt-Lagen die Passanten-Frequenz messen. In der Landeshauptstadt Kiel war das am Sonnabend, 16. April, zwischen 13 und 16 Uhr der Fall.

Aussagekräftigere Zahlen mit ganzjähriger Passanten-Erfassung – das ist nun das Ziel von Kiel-Marketing. Bereits seit einigen Monaten wird die Installation von Messgeräten im interdisziplinären Forum Innenstadt diskutiert – und werde gewünscht, so Johannes Hesse von Kiel-Marketing. Er erläutert die private Initiative: Zukünftig könnte es eine lasergesteuerte Messung geben. „Diese soll uns minutengenau, vollautomatisch, langfristig und vergleichbar Zahlen darüber vermitteln, an welchen Tagen wie viele Gäste durch die Holstenstraße bummeln“. Motivation sei es, herauszufinden, ob sich zukünftige Bauarbeiten wie die für den Kleinen Kiel Kanal auf die Besucherströme in der Innenstadt auswirken, so Hesse: „Eine Frage ist: Schnürt dies die Altstadt ab?“. Auch zukünftigen Investoren könne man die Zahlen vorlegen. Er strebt eine Installation der Technik möglichst noch in 2016 an.

Die Zählung könnte mittels einer Laserkamera von oben erfolgen – eine der möglichen Lösungen. Eine Breite von 20 Metern könne dabei erfasst werden, mit einer Genauigkeit von 99 Prozent. Vorgesehen seien mindestens zwei Messpunkte in der Innenstadt. Einer an der unteren Holstenstraße auf Höhe Schevenbrücke, einer an der oberen Holstenstraße am „Nordlicht“. Pro Zählpunkt entstünden Kosten von etwa 3000 Euro jährlich. Mitglieder des Forums Innenstadt, darunter die IHK zu Kiel, hätten eine Mitfinanzierung zugesichert, so Hesse. Möglicherweise beteilige sich auch das Kieler Stadtplanungsamt.

Eine Alternative sei ein Zählsystem über W-Lan-Zählpunkte. Diese würden Passanten mit aktiven Mobiltelefonen erfassen, bei einer geringeren Genauigkeit von 80 bis 85 Prozent, so Hesse. Handy-IP-Adressen würden dabei anonym ausgewertet. Mit dieser Methode könnten wiederkehrende Passanten wie Pendler oder einmalige Gäste erkannt werden – und deren Besuchsgewohnheiten. Wie lange verweilen diese, bis wohin sind sie unterwegs? Hesse erklärt: „Wir könnten so erkennen, wo wir einen Besucher-Anreiz schaffen müssen.“

Datenschutzrechtlich sei diese Frequenzmessung unbedenklich, „so lange das System sicherstellt, dass wir als Administrator keine Chance haben, die Daten zu Personen zurückzuverfolgen.“ Er versichert: „Das ist bei keinem System der Fall.“ Über die Technik müsse allerdings noch abgestimmt werden. In Einkaufszentren sei eine Frequenzzählung geläufig, auf öffentlichen Straßen eher noch nicht, so Hesse. Er fügt hinzu: „Aber auch in der Tourist-Information wissen wir, wie viele Besucher wir haben.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 15.Aug.2016 | 06:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen