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Kiel

31. Juli 2016 | 07:25 Uhr

Massenbelästigung in Kiel : Weitere Ermittlungen nach Übergriffen auf Mädchen in Kiel

vom

Die massiven Belästigungen von drei Mädchen in Kiel halten die Polizei weiter in Atem. Die Polizei sucht weitere Zeugen.

Kiel | Nach den Übergriffen auf drei Mädchen im Kieler Einkaufszentrum „Sophienhof“ gehen die Ermittlungen weiter. Die Polizei wertet unter anderem Video-Aufnahmen und die Handys mutmaßlicher Täter aus. Mehr als 20 Männer mit Migrationshintergrund sollen am Donnerstagabend in dem Shopping Center die Mädchen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren massiv belästigt und verfolgt haben.

Nachdem es in der Silvesternacht am Hauptbahnhof in Köln in einem großen Ausmaß zu sexuellen Übergriffen und Belästigungen an Frauen gekommen ist, sind die Medien und die Bevölkerung für das Thema stark sensibilisiert. Es tauchen vermehrt Berichte über ähnliche Taten auf, nun auch in Kiel.

Als mutmaßliche Haupttäter gelten nach Angaben der Polizei zwei 19 und 26 Jahre alte Asylbewerber aus Afghanistan. Sie sollen zuerst die Mädchen beobachtet, verfolgt und mit Mobiltelefonen gefilmt und fotografiert haben. Nach und nach sei die Zahl der Männer, die die Mädchen belästigt haben sollen, auf 20 bis 30 gestiegen. Die beiden Afghanen und zwei weitere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, sind inzwischen aber wieder frei. Bei ihrer Festnahme leisteten die Beschuldigten laut Polizei heftigen Widerstand. Dabei seien auch Beamte verletzt worden.

Die Polizei sucht weitere Zeugen des Vorfalls. Wer sich bedroht fühle, solle sofort den Polizeiruf 110 wählen. Die Polizei kündigte für die nächsten Tage verstärkte Präsenz an dem Einkaufszentrum an.

Innenminister Stefan Studt zeigte sich betroffen. Es sei nicht hinnehmbar, an einem öffentlichen Ort so belästigt zu werden, sagte der SPD-Politiker. Sein ganzes Mitgefühl gelte den Mädchen. Der Vorfall müsse mit aller Kraft des Rechtsstaates aufgeklärt werden.

Die Polizei habe gut und richtig reagiert.

Die Vorfälle zeigten, dass sich der Rechtsstaat zu jeder Zeit die notwendige Geltung verschaffen müsse, sagte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. „Falsch verstandene Rücksichtnahme ist das Gegenteil von Integration und wäre das vollkommen falsche Signal sowohl in Richtung der Täter als auch in Richtung der Opfer.“

Auch nach Ansicht des CDU-Innenpolitikers Axel Bernstein darf es kein Zweifel an der Fähigkeit des Rechtsstaates geben, für die Sicherheit seiner Bürger zu sorgen. „Deshalb waren sowohl das schnelle und konsequente Eingreifen als auch die Ankündigung einer verstärkten Polizeipräsenz in den kommenden Tagen, richtige Maßnahmen.“ Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben bekundete Vertrauen in die Funktionsfähigkeit des Rechtsstaates. „Um solche Vorfälle wie im Kieler Sophienhof zu verhindern, sind Integration, funktionierende Sicherheitskonzepte und der Kampf gegen Sexismus die Punkte, die es zu stärken gilt.“

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erstellt am 27.Feb.2016 | 09:20 Uhr

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