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Kiel

10. Dezember 2016 | 04:21 Uhr

Kinderklinik : Wandgemälde mit Heilkraft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ebenso fantasievolle wie hilfreiche Bilder schmücken den Neubau der Kinderklinik im Städtischen Krankenhaus. Die Kosten von 63 000 Euro übernimmt ein Spender, der anynym bleiben möchte. Erstmals hat die Schweizer Stiftung „Paint a Smile“ auch in einem deutschen Krankenhaus die Wände bemalt.

Die Zeit der tristen Flure ist endgültig vorbei. Auf der Rettungsboje schaut die Maus ihrer Flaschenpost hinterher; zwei Krabben spielen Pingpong am Strand; ein Mann mit kräftigem Schnauzer angelt der Möwe die Kapitänsmütze vom Kopf; ein kleiner Junge führt den tapsigen Braunbären – gestreifte Badehose, Handtuch, Schwimmbrille – ans Wasser, im Hintergrund sind die Aufbauten der Werft zu erkennen. Dieses verspielte Nebeneinander von vertrauter Realität und beruhigender Fantasiewelt prägt ab sofort die Wände im Neubau der Kinderklinik im Städtischen Krankenhaus.

Chefarzt Andreas Claaß stellte gestern die Wandbilder vor, die als Ensemble dem Nachwuchs die Angst vor den Weißkitteln und der Apparate-Technik nehmen sollen. Wenn etwa Kopfuntersuchungen anstehen, kann sich der kleine Patient wie die Kranfahrerin vor der Tür fühlen – auch von ihrem Helm gehen Drähte ab. Und das große Untersuchungszimmer ist wie ein Cockpit gestaltet, die realen Bildschirme sind förmlich in die Kanzel des Fliegers integriert.

63 000 Euro hat das Projekt gekostet, das ein Kieler Hotelier (der nicht genannt werden möchte) finanziert hat. Kaufmann finanziert. Umgesetzt hat es die Schweizer Stiftung „Paint a Smile“, auf Deutsch: Male ein Lachen. Die Organisation hat weltweit bereits 174 Kliniken in 17 Ländern mit den hilfreichen Wandgemälden ausgestattet, wie Stiftungspräsident Nicolas Killen gestern erzählte. In Deutschland war „Paint a Smile “ noch nie aktive – das Städtische Krankenhaus ist die Premiere. Schon jetzt hat es sich gelohnt, wie Claaß beobachtet hat. Viele Kinder haben die Malarbeiten begleitet, die angedeuteten Wandgeschichten einfach weiter erzählt – und darüber ihre eigene Krankheit vergessen.

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erstellt am 12.Aug.2016 | 19:33 Uhr

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