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Kiel

28. Mai 2016 | 13:45 Uhr

Schweinefleisch-Debatte im Kieler Landtag : Von „Wurst-Case-Szenario“ bis „Schweinepriester“: Das waren die besten Sprüche

vom
Aus der Onlineredaktion

Die CDU fordert Schweinefleisch-Angebote. Alle anderen sind dagegen - und machen sich lustig. shz.de hat die besten Zitate gesammelt.

Kiel | Die CDU will Schweinefleisch auf den Speiseplan setzen. Alle anderen sind sich einig: So was braucht kein Schwein. Schon im Vorfeld hatte der Vorstoß der CDU für hitzige Diskussionen gesorgt, mittlerweile überwiegt der Spott. Die Reaktionen auf die Diskussion im Kieler Landtag am Mittwoch lassen keinen anderen Schluss zu. Kurz gesagt:

Dass er nur wenig Verständnis für den CDU-Vorschlag hat, signalisierte Schleswig-Holsteins SPD-Landeschef Ralf Stegner schon am Vormittag. Vor der Debatte fragte er bei Twitter nach dem „heimlichen Kotelettkönig der Nord-CDU“:

Auch Rasmus Andresen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, fieberte der Debatte entgegen. Nicht ohne zwei Smileys hinzuzufügen, die erahnen ließen: Bei diesen Vorschlägen will er eigentlich gar nicht mehr hingucken.

Oliver Kumbartzky von der FDP findet die Idee der CDU ebenfalls - nun ja, seltsam: „Mit ihrem Antrag ‚Pluralismus im Nahrungsmittelangebot öffentlicher Kantinen‘ serviert uns die CDU-Fraktion einen wahren Leckerbissen.“ Es sei bereits überregional über diesen tierischen Antrag berichtet worden und das Ganze habe sich für die Union im Schweinsgalopp zum Wurst-Case-Szenario entwickelt. „Wenn die Verteidigung des Abendlandes auf dem Kantinenteller stattfinden soll, dann kann das nicht nur peinlich werden – sondern auch populistisch“, schreibt er. Und überhaupt, fragt er sich, wie sollte so eine Idee umgesetzt werden? Gebe es dann eine Verordnungsregelung, sprich eine „Schweineverordnung“? Oder müsste im Extremfall sogar die Verfassung geändert werden? Dann wäre das „Grundrecht auf Schweinefleisch“ denkbar, meint er - natürlich nicht ohne Augenzwinkern.

Flemming Meyer vom SSW fasst die schönsten Überschriften zum Thema in seiner Pressemitteilung nochmal zusammen. „Jetzt geht es um die Wurst“, „Artenschutz für Schweine-Esser“ und „Die CDU lässt die Sau raus“. Dann holt er aus: „Eines der bekanntesten Festlieder bei uns im Land ist das Holstein-Lied; da wird die ,Sau geschlacht und da wird die Wurst gemacht'. Wer kennt es nicht.“ Gründe für ein Eingreifen des Staates in die Essgewohnheiten seiner Bürger sieht er darin trotzdem nicht.

Der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms, fasst seine Meinung ebenfalls in treffenden Worten zusammen: „Ohne Grund Ressentiments gegen Gruppen zu schüren ist das Werk von Schweinepriestern. So etwas braucht kein Schwein.“

„Es muss nicht jede Sau durchs Plenum getrieben werden", findet auch Angelika Beer von den Piraten. Die übrigens auch meinen: Der Staat hat in der Hinsicht schon mal gar nichts zu sagen.

Aber da der Antrag ja ohnehin abgelehnt wurde,...

...kann man sich ja nun wieder anderen Dingen zuwenden. Und:

Ja: Es standen auch noch wichtige Themen auf der Tagesordnung. Und die gibt es hier zum Nachlesen.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 19:20 Uhr

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