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Kiel

10. Dezember 2016 | 21:32 Uhr

Modernisierung : Uni-Campus erhält ein neues Gesicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die CAU steht vor einer massiven Modernisierung der alten Bausubstanz – ein Drittel der Nutzfläche ist betroffen. Gestern stellte die Hochschule ihren Masterplan vor.

Eine „Operation am offenen Herzen“ – so emotional beschrieb Uni-Präsident Lutz Kipp gestern die geplante Runderneuerung auf dem Kieler Campus. Es sei in den kommenden zehn Jahren eines der größten Bauprojekte im Land – „und damit sichern wir, dass wir international wettbewerbsfähig bleiben“, so Kipp.

Glücklich zeigte sich der CAU-Präsident, dass nach zweieinhalb Jahren Planungszeit die ersten Abrissarbeiten des maroden „Anger“-Komplexes ab August starten können. Im kommenden Frühjahr folgen die Spatenstiche für erste Neubauten. Insgesamt stellt die Landesregierung für die Modernisierung einen dreistelligen Millionenbetrag bereit. Dazu zählt ein Betrag von 165 Millionen Euro aus einem Sondervermögen, den das Land bereits 2013 versprochen hatte, sowie ein Aufschlag von 50 Millionen Euro für den teilweisen Abriss und Neubau des „Anger“-Komplexes aus sechs Hauptgebäuden, der deutlich teurer wird als gedacht. Ein Drittel der gesamten Nutzfläche sei von Abriss-, Neu- oder Umbau betroffen, so Kipp. Dennoch weiß nicht nur er, sondern auch die Landesregierung: Das ist erst der Anfang. Die Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel beziffert ihren gesamten Sanierungsbedarf auf mehr als 400 Millionen Euro. Gut drei Viertel der mehr als 200 Campus-Bauten sind älter als 35 Jahre. Auch die Biologie und Physik zählen dazu – und die sind im gestern vorgestellten Programm noch gar nicht enthalten.

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und Kipp sind sich einig, dass in den kommenden Jahren weitere Gespräche notwendig sind. Heinold betonte: „Wir werden uns Stück für Stück voranarbeiten.“ Insgesamt gebe es bei den landesweiten Liegenschaften einen Sanierungsstau von fünf Milliarden Euro – „mit der CAU fangen wir nun an.“ Auch Wissenschaftsministerin Kristin Alheit wollte ein „Aufbruch-Signal der Landesregierung“ vermitteln: „Zeitgemäße Lehre braucht zeitgemäße Räume und Unterbringung.“

Und da hapert es in einigen Bereichen auf dem Campus der Kieler Uni gewaltig. Ein herausragendes Beispiel: Die roten Klinker-Fassaden, die ab Windstärke 10 bröckeln könnten, machen bei starkem Sturm eine Räumung der „Anger“-Bauten notwendig – mehrfach kam das vor. Damit soll bald Schluss sein. Weil sie nicht saniert werden können, sollen bis 2020 alle Gebäude komplett geräumt sein. Als Gefahrenabwehr-Maßnahme wird darum auch der Abriss bezeichnet, dem Ersatz-Neubauten für die Geowissenschaften, die Mathematik, die Geographie und die Agrarwissenschaften folgen sollen – teilweise in markanter Optik, „die das Gesicht der Universität und des Quartiers verändern werden“, erklärte der Geschäftsführer des Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) und frühere CAU-Kanzler Frank Eisoldt. Auch der geplante Neubau für die Rechtswissenschaftliche Fakultät (voraussichtliche Baukosten: 34,4 Millionen Euro) werde einen „neuen repräsentativen Eingang“ an der Leibnizstraße schaffen.

Die Finanzierung für die Neubauten der Mathematik sowie Agrar- und Ernährungswissenschaften steht unterdessen noch nicht ganz. Laut Heinold sind ÖPP-Modelle angedacht – also: private Investoren sollen als Partner helfen.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 06:05 Uhr

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