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Kiel

06. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Kleiner Kiel Kanal : Trockenübung für die Wasserspiele

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erste vorbereitende Bauarbeiten für das 12-Millionen-Euro-Projekt in der Innenstadt starten: Die Stadtwerke verlegen neue Versorgungsleitungen.

Noch braucht man Phantasie, um sich in der Innenstadt die zwei geplanten Wasserbecken mit einer Gesamtlänge von rund 160 Metern vorzustellen – die Wiederentdeckung der historischen Wasserverbindung zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel. Wasserspiele, Fußgänger-Brücken, Holzterrassen und Außengastronomie sieht man vorerst nur auf Visualisierungen. So richtig spürbar werden die Arbeiten für das Großprojekt Kleiner Kiel Kanal erst im Sommer 2017 sein, wenn die Holstenbrücke gesperrt wird. Doch bereits gestern feierte Baudezernent und Bürgermeister Peter Todeskino einen symbolischen Auftakt für die Umsetzung des Vorhabens: Erste Vorarbeiten beginnen – wenn auch recht unspektakulär. Die Stadtwerke Kiel verlegen neue Leitungen.

Dennoch fielen große Worte. Für Todeskino war der gestrige Tag „ein Schritt in die Neuzeit der Kieler Innenstadt“. Auch Uwe König vom Förderverein Kieler Altstadt übte sich in Superlativen: „Wir glauben fest daran, dass der Kleine Kiel Kanal ein Quantensprung für die Innenstadt wird.“

Zunächst werden in der Kehdenstraße Wasser- und Fernwärmeleitungen verlegt. Das ist eine der notwendigen Vorbereitungen, bevor die Baugrube für die Wasserbassins eingerichtet werden kann. Der Technik-Vorstand der Stadtwerke Kiel, Jörg Teupen, drückt es so aus: „Wir machen den Straßenraum frei, damit die Wasserspiele beginnen können.“ Auch das Verlegen von Bushaltestellen von der Holstenstraße in den Martensdamm (vor der HSH Nordbank) und die Rathausstraße (unterhalb des Rathausplatzes) gehört zu den Vorbereitungen ab Herbst dieses Jahres dazu. Mit diesen Maßnahmen will die Stadt sicherstellen, dass der außerhalb der Baustelle fließende Verkehr nicht unnötig beeinträchtigt wird. Vor allem, so Todeskino, müsse die Altstadt mit Auto oder Bus erreichbar bleiben.

Denn Stück für Stück verwandelt sich die Kieler Innenstadt in den kommenden rund drei Jahren in ein Zentrum voller Baustellen – neben dem städtischen Projekt entstehen bekanntermaßen weitere privat finanzierte Gebäude. Das bedeutet weniger Parkplätze und mehr Sperrungen. Das lässt auch die Kieler Kaufleute nicht kalt. Darum startet ein Mitarbeiter des Tiefbauamtes ab 1. September in eine neue Rolle als „Kümmerer“, als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Einzelhändlern und Baustellen-Verantwortlichen.

Und so sehen die weiteren Schritte für die rund 12 Millionen Euro teure, zu zwei Dritteln vom Land geförderte Innenstadt-Verschönerung aus: Kampfmittel-Sondierungen stehen etwa ab Sommer 2017, bei Vollsperrung der Holstenbrücke, im Bereich der rund 12  000 Quadratmeter großen Baustelle an. Nach Angaben von Andreas Lade aus dem Tiefbauamt „gibt es diverse Verdachtspunkte, die noch nicht geklärt sind“. Im Anschluss werden erneut Leitungen verlegt, bevor die Pfahlgründung und schließlich der Bau der Stahlbetonbecken folgt – eins zehn Meter, das zweite rund 20 Meter breit. Das ganze soll „erschütterungsfrei, vibrationsarm und lärmfrei“ geschehen, verspricht Lade. Läuft alles planmäßig, stehen die Becken im Herbst 2019, gefüllt mit rund 2500 Kubikmetern gefiltertem Wasser aus dem Kleinen Kiel, zur Verfügung.

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erstellt am 13.Jul.2016 | 06:07 Uhr

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