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Kiel

08. Dezember 2016 | 08:54 Uhr

Fremdenverkehr : Touristen lassen die Kasse klimpern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach einer neuen Studie, die erstmals auch das Ostufer einbezieht, sichert der Fremdenverkehr an der Kieler Förde Jobs und Umsätze. Zieht man die Tagesgäste mit ein, wurde mit 22,9 Millionen Aufenthaltstagen ein Rekord erzielt.

„Es spricht sich herum, dass man an der Förde toll Urlaub machen kann.“ – Mit diesem Satz eröffnete Uwe Wanger gestern die kleine Presserunde. Der Geschäftsführer von Kiel-Marketing legte zusammen mit Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth die Ergebnisse einer neuen Untersuchung zum Tourismus vor. Das Ergebnis: Der Fremdenverkehr sorgt für wachsende Einnahmen, sichert die Beschäftigung von über 16    000 Menschen und zeigt sich damit als „starker Baustein der lokalen Volkswirtschaft“.

Alle zwei Jahre untersucht das Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) die wirtschaftlichen Aspekte des Tourismus. Das Trio legte die jüngste Erhebung vor. Erstmals wurde diesmal auch das Ostufer – genauer: das Amt Schrevenborn mit seinen drei Gemeinden Heikendorf, Mönkeberg und Schönkirchen – einbezogen. Es zeigte sich, dass der Tourismus-Boom anhält und im vergangenen Jahr mit (geschätzten) 22,9 Millionen Aufenthaltstagen für Kiel (und weiteren 330  000 für Schrevenborn) ein neues Hoch erreicht hat.

Zum Vergleich: Im Jahre 2007 wurden 19,7 Millionen Aufenthaltstage errechnet. Für Kämpfer ist aber auch mit den neuen Zahlen „das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Noch mehr ist denkbar.“ Er hat auch keine Sorgen, dass die geplanten Hotel-Neubauten für Überkapazitäten sorgen werden: „Der Markt schafft sich seine eigene Nachfrage.“

Das NIT berechnet die „Wertschöpfung“ nach einer komplizierten, in der Branche anerkannten Formel. Dabei geht die Analyse weit über den touristischen Kern hinaus. Denn es werden auch „Tagesausflüge“ eingerechnet, die beispielsweise eine Familie aus Rendsburg nach Kiel oder das Paar aus Plön zum romantischen Kino-Abend mit Restaurantbesuch an die Förde bringt. Hier spiegelt sich die gewachsene Bedeutung des Kieler Raums als Oberzentrum wider.

Mit der Untersuchung hat sich für Alexander Orth die touristische Zusammenarbeit des Amtes Schrevenborn mit der Stadt bewährt. Die Kieler Förde mit seinen großen Pötten und Kreuzfahrern ist immer eine Reise wert: „Was wollen die Leute eigentlich auf Sylt? Das Fördeleben ist wie Kino.“

Jeder Tourist gibt in Kiel Geld aus. Spitzenreiter ist laut NIT der Hotelgast mit durchschnittlich 105 Euro, Segler bringen es auf 87 Euro. Entgegen weitverbreiteter Ansicht sind die Kreuzfahrtgäste bescheidener: 33 oder 20 Euro geben sie aus, abhängig davon, ob sie das Angebot zum Tagesausflug nutzen. Insgesamt kalkuliert das NIT den Brutto-Umsatz im Förde-Tourismus auf 965 Millionen und die Wertschöpfung auf 433 Millionen Euro. Allein die Steuereinnahmen liegen nach dieser Analyse bei 21 Millionen Euro: 20,8 Millionen fallen für Kiel, 200  000 Euro für Schrevenborn ab.

Uwe Wanger fasst zusammen: „Der Tourismus für Kiel ist auf dem richtigen Weg.“ Dass noch reichlich Luft nach oben macht, macht Ulf Kämpfer beim Sport aus. Bei Heimspielen des Fußball-Drittligisten Holstein Kiel etwa gehe man von durchschnittlich 100 auswärtigen Besuchern aus. Würde die Mannschaft in der Zweiten Liga kicken, wären es wahrscheinlich 1000 Gäste – die alle geben Geld für Bratwurst, Bier und viele andere Dinge aus.  

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erstellt am 18.Aug.2016 | 19:06 Uhr

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