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„Borowski und das dunkle Netz“ in der ARD : „Tatort“: Mord statt Pizza auf Bestellung

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Das Darknet und Cyberkriminalität sind die Themen des neuen Tatorts. Und der ist gelungen, schreibt Frank Kober in seiner Kritik.

Kiel | Man muss nur eine Wolfsmaske aufsetzen und sich nicht ganz so doof anstellen, dann klappt’s auch mit dem Auftragsmord.  Nun, das mit der Wolfsmaske ist leicht für Hagen Melzer (Maximilian Brauer), der seinen Mordauftrag aus dem Internet gezogen hat. Genauer: aus dem Darknet, wo Dienstleistungen wie diese so selbstverständlich vertickt werden, wie Drogen, Waffen, Kinder-Pornos.

Aber das mit dem Nicht-so-doof-Anstellen – da hapert’s bei dem jungen Mann. Denn als er mit seiner Maske in einer Sauna aufkreuzt, um hier den Leiter der Spezialabteilung Cyber-Crime des LKA Kiel umzulegen, geht Melzer fast selbst drauf. Er kann den Beamten zwar erschießen, wird aber von den Saunagästen verkloppt und vom Tresenmann noch angeschossen.

Eine schöne Sauerei, die sich den Kommissaren Borowski und Brandt am Tatort bietet (Axel Milberg, Sibel Kekilli). Erst recht, als LKA-Chef Wolfgang Eisenberg (Michael Rastl) rummotzt und den Fall an sich ziehen will – „Das war mein Mann!“ Doch der zuständige Staatsanwalt (Jochen Hägele) geht dazwischen und plädiert für Kooperation statt Konfrontation.

So landen unsere Kriminalen in einem obskuren Fall von Cyber-Kriminalität. Mit etlichen Leichen und bösen Hackertricks. Ein Fest für Ex-Hackerin Brandt, eine Tortur für IT-Niete Borowski. Die Frage ist nur: Wer ist cleverer – die wieselflinken Darknet-Junkies oder „old“ Borowski mit seiner Erfahrung und seinem Riecher?

Spaß und Spannung sind bei diesem Exposé wohl sicher (Buch: Thomas Wendrich). Und wenn dann noch David Wnendt dahintersteckt (Regie, Buch), der mit diesem „Tatort“ nach „Kriegerin“, „Feuchtgebiete“ und „Er ist wieder da“ seinen vierten Film vorlegt, muss uns auch um eine unorthodoxe Erzählweise nicht bange sein.

So hat auch dieser „Borowski“ alles, was einem amtlichen Nervenkitzel guttut: Schräge Vögel, freche Sprüche und eine hochbrisante Story, die ihrer Zeit offenbar kein bisschen voraus ist. So fantastisch und skurril sie auch daherkommt. Zum Fürchten!

Das Social-Media-Team der Polizei begleitet den Film im Internet über den Kanal @sh_polizei live. Für Fragen und Fakten stehen außerdem eine Expertin des Landeskriminalamtes für digitale Spuren und ein erfahrener Mordermittler zur Verfügung.

 

Einen ausführlichen Artikel des Twitter-Einsatzes der Polizei lesen Sie nach dem Tatort am Sonntag auf shz.de.

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erstellt am 19.Mär.2017 | 17:37 Uhr

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