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Kiel

28. Februar 2017 | 18:13 Uhr

Studentische Unternehmensberater

vom

Einem anspruchsvollen Nebenjob können Studenten in der "Stube" nachgehen, dabei wertvolle Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen

Kiel | Nebenjobs für Studenten gibt es viele. Aber statt in der Tanke zu kassieren, als Kellner das Bier zu bringen oder Pizza zu liefern, beraten Lucas Lindemann (23), Eve Simon (26) und Stefanie Pentz (27) lieber Unternehmen. Lindemann studiert BWL, Simon Multimedia-Production (beide an der Fachhochschule) und Pentz nach ihrer Ausbildung zur Tourismus-Kauffrau BWL an der Uni. Die drei jungen Wahl-Kieler arbeiten in der studentischen Unternehmensberatung - kurz "Stube".

Lucas Lindemann ist dort für den Vertrieb, Eve Simon fürs Marketing zuständig. Stefanie Pentz ist eine von zwei Geschäftsführern. Das Projekt wurde im Jahr 2008 von FH-Professor Matthias Dressler ins Leben gerufen. Es ging darum, Studenten von den klassischen Nebenjobs wegzulocken - hin zu Jobs, die ihnen wichtige berufliche Erfahrungen vermitteln. Die Stube erarbeitet beispielsweise Kommunikationskonzepte oder bietet Unternehmen Hilfe an in Bereichen wie Marktforschung oder Mediaplanung. Bis Ende vergangenen Jahres arbeiteten die "Stubler", wie sie sich selbst nennen, an einer Image-Analyse für das Wacken-Festival. Dazu befragten sie rund 500 Besucher vor Ort und werteten die Interviews aus. Der Auftrag dauerte insgesamt drei Monate, der Aufwand war für die Studenten groß. "Ich habe so oft gesagt, dass ich hinschmeiße, habe es dann aber doch nicht gemacht", sagt Pentz und schmunzelt. "Die Stube ist mein Baby", fügt sie fürsorglich hinzu.

Im Vergleich zu einer Firma gibt es einige Unterschiede, vor allem im Miteinander. Die Studenten bekommen, wenn sie bei einem Auftrag mitarbeiten, alle den gleichen Stundenlohn. Bei Personalien wird gewählt, über die Annahme von Aufträgen abgestimmt. "Es gibt keinen Chef, der einem auf die Finger schaut", sagt Lindemann. Aber trotzdem müsse der Auftrag natürlich fertig werden. "Dafür hauen wir dann auch mal auf den Tisch", betont Pentz. Nicht betriebsblind, unvoreingenommen und kreativ zu sein reklamieren die Studenten für sich. "Man lernt sich hier selbst kennen", meint Simon.

Ob alle Stubler, es sind meistens zwischen zehn und 20, irgendwann bei einer Unternehmensberatung arbeiten, steht in den Sternen. Aber hier können sie sich ausprobieren und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln. "Man hat Kontakt zu den Chefs und muss sie überzeugen. So etwas lernt man nicht im Studium", sagt sie. Einige Studenten haben auch durch ihre Arbeit bei der Stube einen Job bei einer großen Krankenkasse bekommen. "Die Visitenkarten, die ich hier in zweieinhalb Jahren gesammelt habe, sind Gold wert", meint Lindemann. Mitmachen kann jeder Student. Zurzeit arbeiten beispielsweise Medizin-, Psychologie-, Jura- und BWL-Studenten bei der Stube. "Wir können auch Germanisten brauchen", sagt Eve Simon. Außer in den Semesterferien und Prüfungszeiten treffen sich die Stubler einmal pro Woche. Die Aufträge werden in Heimarbeit angegangen. Beraten wird grundsätzlich jeder - von der großen Firma bis zum Kleinunternehmer: "Hauptsache es ist interessant."

Weitere Informationen: www.stube.biz

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erstellt am 11.Feb.2013 | 03:59 Uhr

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