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Kiel

11. Dezember 2016 | 03:14 Uhr

Fachhochschule : Studentenwohnheim: FH Kiel verklagt „Jägersberg“-Bewohner

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Studenten überweisen die Miete an das nicht mehr zuständige Studentenwerk - doch dies überweist das Geld stets wieder zurück.

Kiel | Der Streit zwischen den Bewohnern des Studentenwohnheims am Jägersberg 14 und der Fachhochschule Kiel (FH) spitzt sich zu. Die FH hat Räumungsklagen am Amtsgericht Kiel gegen drei verbliebene Bewohner eingereicht, wie Sprecherin Frauke Schäfer auf Anfrage mitteilt. Doch die Studenten, die sich seit Langem für den Erhalt des Altbaus als Wohnheim nahe der Kieler Innenstadt einsetzen, wollen noch nicht aufgeben.

Nachdem am 31. August dieses Jahres der letzte Mietvertrag ausgelaufen war – und mit ihm eine „Schonfrist“ für die verbliebenen sechs Mieter – , sind drei von ihnen ausgezogen. Aus „persönlichen Gründen und aufgrund der drohenden Räumungsklage. Sie unterstützen das Projekt aber weiterhin“, sagt Mila Lütjohann, eine aus der Gruppe der Jägersberg-Studenten.

Die FH-Sprecherin erklärt hierzu: „Drei Personen haben sich geweigert auszuziehen, obwohl sie weder Mietverträge haben, noch Miete zahlen.“ Darum seien gegen sie Räumungsklagen eingereicht worden. Schäfer: „Wie angekündigt, wird das Gebäude zum Verkauf angeboten. Es werden derzeit Verkaufsverhandlungen geführt.“

Nach Angaben der Bewohner gab es bereits Besichtigungs-Termine –„ohne Vorankündigung durch den Kanzler der FH oder den von ihm beauftragten Immobilienmakler“. Auf ihrer Facebook-Seite beschweren sie sich unter dem Datum 30. September: „Unfreiwilliger Tag der offenen Tür – eine weitere Schikane der FH Kiel“. Demnach hätten „plötzlich rund 20 KaufinteressentInnen im Jägersberg 14“ gestanden, leerstehende Zimmer besichtigt und „ungeniert Fotos unserer Wohnräume“ geschossen. In den Augen Mila Lütjohanns und ihrer Kommilitonen wäre es Aufgabe der FH gewesen, „die Hausbewohner darüber zu benachrichtigen und unsere Privatsphäre zu respektieren“.

 

Die Studenten sehen sich nicht als Hausbesetzer an. „Zudem haben wir unsere Offenheit für Gespräch stets deutlich gemacht“, erklärt Mila Lütjohann. Sie überweisen aus Mangel einer neuen Kontoverbindung die Miete an das seit Januar nicht mehr zuständige Studentenwerk, doch dies überweist das Geld stets wieder zurück. Was die Gruppe verärgert: „Wie so oft haben die Verantwortlichen sich nicht an ihre Aussagen gehalten, sodass bereits Mitte Juli die erste Räumungsklage eintraf, obwohl die von der FH ursprünglich vorgeschlagene ,Duldungszeit' erst Ende August auslaufen sollte.“

In den folgenden Wochen wurden demnach weitere Hausbewohner verklagt. Durch das Vorgehen der FH werde ihnen „keine andere Wahl gelassen, als die Klagen in Kauf zu nehmen, da die FH sich ganz klar davor versperrt, in Ruhe einen realistischen Auszugstermin o.Ä. mit uns auszuhandeln“.

 

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erstellt am 11.Okt.2016 | 10:00 Uhr

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