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Kiel

28. September 2016 | 08:51 Uhr

Tempo 100 bei Warder : Streit eskaliert: Horrortrip auf der A7 - mit Mann auf der Motorhaube

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auslöser des Trips war eine zugeparkte Grundstücksausfahrt. Die Polizei schrieb ein halbes Dutzend Anzeigen.

Warder | Man kennt die Szenen aus billigen US-Action-Filmen. Auf der Autobahn A7 zwischen Warder und der Rader Hochbrücke wurden die Stunts solcher Thriller am Montag gefährliche Realität: Ein Mann fuhr 6,2 Kilometer lang auf der Motorhaube eines Pkw mit, der mit Tempo 100 Richtung Flensburg unterwegs war. Das Polizei-Autobahnrevier Neumünster bestätigte den unglaublichen Vorfall auf Nachfrage – und schrieb fast ein halbes Dutzend Anzeigen: Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, wegen Nötigung, Sachbeschädigung, Körperverletzung und wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Doch der Reihe nach: Auslöser der irren Fahrt ist ein offenbar langanhaltender Nachbarschaftsstreit in Alt-Mühlendorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Immer wieder sei es um eine zugeparkte Grundstücksausfahrt gegangen, berichtete ein Konfliktbeteiligter dem sh:z. Montagfrüh sei die Ausfahrt erneut teilweise blockiert gewesen – „eine gezielte Provokation“, die in der Folge eskalieren sollte.

Als er die Blockade fotografiert habe, sei vom Nachbargrundstück „ein schwer muskelbepackter Mann“ näher gekommen. Er selbst und eine Begleiterin hätten sich daraufhin in ihren Kleinwagen, einen Opel Corsa, geflüchtet, um das Grundstück zu verlassen. „Ich dachte, der wollte uns umbringen“, berichtete der Beteiligte weiter.

Der Muskelmann habe dann zunächst erfolglos versucht, sie an der Abfahrt zu hindern. Als dies misslang, habe der Mann sich auf die Motorhaube gesetzt und sei auch nicht abgesprungen, als man nach einer kurzen Fahrt auf der Landstraße an der Anschlussstelle Warder auf die Autobahn eingebogen sei. In einem Video berichten der Mann auf der Motorhaube und der Beifahrer shz.de von den Geschehnissen.

Immer wieder habe der ungebetene Mitfahrer bei Tempo 100 auf die Windschutzscheibe eingetreten, die irgendwann komplett lädiert gewesen sei. Versuche, ihn „durch Bremsungen und Fahren in Schlangenlinien abzuschütteln“, seien gescheitert.

Während die Fahrerin den Corsa weiter Richtung Rader Hochbrücke lenkte, habe er die Polizei alarmiert und um Rat gefragt. „Die haben das alles erst einmal gar nicht begriffen“, ihn dann aber aufgefordert sofort anzuhalten. Auf dem Standstreifen sechs Kilometer vor dem Rendsburger Kreuz endete die Fahrt vorläufig.

Der Konflikt aber eskalierte weiter. Als hätten die Außentemperaturen von nur zwei Grad dem ungebetenen Beifahrer nichts ausgemacht, habe der durch die inzwischen geöffnete Autotür auf die Fahrerin eingeschlagen. Versuche, den Täter davon abzubringen, seien auch dann noch fehlgeschlagen, als ein anderer Autofahrer angehalten und ihm zur Hilfe gekommen war, berichtete der Mann weiter.

Erst als dessen Frau zum Pfefferspray griff und den Angreifer kampfunfähig machte, sei Ruhe eingekehrt auf dem Autobahn-Standstreifen. Kurz darauf traf die Polizei am Tatort ein. Pech nur: Das Reizgas der Helferin ist in Deutschland nicht zugelassen. Deshalb droht ihr nach Polizeiangaben nun ein Verfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

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erstellt am 15.Mär.2016 | 10:00 Uhr

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