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Prozess in Kiel : Stiefgroßvater soll Enkelin missbraucht haben – 57-Jähriger bestreitet Anklage

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Der 57-Jährige aus Henstedt-Ulzburg soll zudem im Besitz kinderpornografischer Dateien gewesen sein.

Kiel | Der 57-jährige Kleinunternehmer aus Henstedt-Ulzburg atmet schwer: „Die Anschuldigungen sind völlig gelogen und falsch“, erklärt er am Dienstag vor dem Kieler Landgericht zu den Vorwürfen, er habe seine Enkelin mehrfach schwer missbraucht. Es sei ihm völlig unbegreiflich, dass seine Stief-Enkelin ihn anschuldige, sagte der Angeklagte. Die Staatsanwältin legt ihm zur Last, sich 2012 und 2013 mindestens 13 mal an dem Mädchen vergangen zu haben, in neun Fällen davon schwer. Zu den sexuellen Übergriffen kam es demnach bei Besuchen des Kindes bei den Großeltern. Das heute zwölfjährige Mädchen offenbarte sich schließlich.

Das Kind habe alles verdreht, sagte der 57-Jährige. Rückblickend allerdings gebe es Situationen, die aus heutiger Sicht missverständlich gedeutet werden könnten. Er habe sich aber nie an der Enkelin vergangen. Dass er einen Chat mit ihr führte und dabei einen Fragebogen mit sexuellen Details ausfüllte, die sich auf seine Frau bezogen hätten, sei nicht richtig gewesen, sagte der Mann. Aber er habe dem Kind gefallen wollen.

Auch dass er dem Kind „I love you“ schrieb, sei „einfach nur dahingesagt“ gewesen. Auf die Frage der Staatsanwältin, warum er das Mädchen um ein Video gebeten habe, in dem „Du mit dem Popo wackelst“, meinte er, er habe sich dabei nichts gedacht. Jetzt im Nachhinein halte er das aber für einen Fehler.

Es sei aber nicht wahr, was das Kind erzähle. Er sei glücklich verheiratet mit seiner Frau, betonte der Angeklagte. Auch seine Frau als Zeugin gab sich vor Gericht überzeugt: „Die Vorwürfe sind nicht wahr.“ Das Verhältnis zur Enkelin sei sehr gut gewesen.

Zu einem weiteren Anklagevorwurf, auf seinem PC seien kinderpornografische Dateien gefunden worden, sagte der Mann, er habe mehrfach einen Virus auf seinem PC gehabt und dabei einen Link gefunden. Dass Bilder gespeichert seien, habe er nicht gewusst. Der Angeklagte saß nach der Hausdurchsuchung im Februar 2014 zwei Monate in Untersuchungshaft. Er kam dann gegen Auflagen frei.

Ein erstes Verfahren gegen den Mann war 2015 ausgesetzt worden. Auch da hatte er die Vorwürfe bestritten. Das Gericht wollte die Glaubwürdigkeit des Kindes durch ein Gutachten klären lassen. Die Gutachterin sitzt nun mit im Gerichtssaal. Das Mädchen soll im Verlauf des Prozesses aussagen, vermutlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 12:38 Uhr

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