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Kiel

27. August 2016 | 18:52 Uhr

StattAuto Kiel macht das Dutzend voll

vom

Car-Sharing-Genossenschaft eröffnet zwei neue Stationen an der Ahlmannstraße und der Elisabethstraße / Auch die Stadt nutzt das Angebot

Kiel | Seit gestern ist das Dutzend voll: Mit den Stationen Nummer elf und zwölf an der Ahlmannstraße (Ravensberg) und der Elisabethstraße (Gaarden) erweitert der Car-Sharing-Anbieter StattAuto Kiel sein Netz in der Landeshauptstadt, in der zurzeit rund 1000 Fahrtberechtigte registriert sind. "Die Entwicklung ist zwar nicht ganz kontinuierlich, aber stets positiv. Wir verzeichnen pro Jahr Zuwächse zwischen fünf und zehn Prozent", sagt Hinrich Kählert vom Vorstand der StattAuto EG, die Stationen in Kiel und Lübeck sowie einen Standort in Preetz unterhält.

Nicht nur Privatpersonen gehören zu den Nutzern des Car-Sharings. Rund ein Drittel des Gesamtumsatzes machen Firmen und kleinere Unternehmen aus, die sich keine Dienstwagen leisten möchten. Sogar rund 20 Ämter der Stadt Kiel nutzen das Angebot, die sich so die eine oder andere Fahrzeuganschaffung inklusive der Folgekosten erspart. Schon seit 2006 ist die Landeshauptstadt Mitglied bei StattAuto. Städtische Mitarbeiter können seit Januar 2007 die zwei Autos von der Station an der Waisenhofstraße in Rathausnähe nutzen. "Kiel setzt als Klimaschutzstadt damit Akzente in der umweltfreundlichen Mobilitätsentwicklung", erklärte Melanie Kaacksteen von der Pressestelle der Stadt.

Das System in Kiel ist stationsbasiert, das Auto wird vom Nutzer nach der Fahrt wieder zum Ausgangspunkt zurückgebracht. "Es gibt auch offene Systeme, die in anderen Städten angeboten werden. Dort sind dann auch One-Way-Fahrten möglich, aber das ist eine andere Philosophie", erläutert Kählert. StattAuto Kiel möchte mit seinem Angebot vor allem alltagstauglich sein - beispielsweise für Einkäufe oder Ausflüge. "Für Leute, die beruflich mit dem Auto pendeln müssen, lohnt es sich nicht", erklärt Kählert, dessen "Pi-mal-Daumen-Regel" lautet: "Wer unter 10000 Kilometer im Jahr fährt, der sollte sich mal mit dem Thema Car-Sharing befassen. Wer unter 5000 Kilometer fährt, für den lohnt es sich auf jeden Fall." Schließlich seien im Schnitt 80 Prozent der finanziellen Belastung bei einem privaten Pkw Fixkosten. "Beim Car-Sharing hat man so viel Auto wie man braucht, und kein Auto, das die meiste Zeit nur rostet und kostet", sagt Kählert. Über einen Kostenrechner kann der Nutzer auf der StattAuto-Internetseite zudem genau sehen, wie viel ihn welche Fahrt mit welchem Auto kostet. "Diese Kosten-Transparenz führt auch zu einem gesteigerten Kosten-Bewusstsein", sagt Kählert.

Doch nicht nur auf der ökonomischen Seite sieht er Vorteile des Car-Sharings. Der Nutzer erspare sich auch eine Menge Stress, müsse sich nicht um Dinge wie Versicherungen, Tüv, Steuern oder Reifenwechsel kümmern. Zudem könne Car-Sharing einen Teil zur Linderung der Parkplatznot beitragen. "Viele ärgern sich manchmal darüber, dass Car-Sharing im Innenstadtbereich Stellplätze bekommt. Aber eines unserer Autos ersetzt sechs bis acht private Pkw, spart also parkende Autos", erklärt Kählert. Die rund 50 Fahrzeuge der Genossenschaft in Kiel stünden demnach für 300 bis 400 private Wagen.

Der Fuhrpark wird regelmäßig erneuert, die Genossenschaft setzt dabei immer wieder auf spritsparende und verbrauchsarme Fahrzeuge. Nach 100 000 gefahrenen Kilometern ist Schluss. Fünf verschiedene Klassen sind in Kiel im Angebot. "Für jeden Zweck das passende Auto", erklärt Kählert. Natürlich könne es einmal vorkommen, dass zu einem bestimmten Termin an der gewünschten Station kein Wagen zu bekommen ist. "Insgesamt liegt die Verfügbarkeit aber bei über 90 Prozent", sagt Kählert.

Um zu einem Car-Sharing-Nutzer zu werden, braucht es nicht viel. Ein Besuch mit Führerschein im StattAuto-Büro (Lerchenstraße 18-20) genügt. Dort werden dann einmalig 500 Euro fällig, "die aber wie eine Mietkaution zu verstehen sind", erläutert Kählert - als Sicherheit, falls doch einmal ein Unfall passiert. Es gebe zudem auch einen Drei-Monate-Probevertrag, bei dem die "Kaution" nur 250 Euro beträgt. Später liegen die Fixkosten dann bei acht Euro pro Monat als Mitgliedsbeitrag. Getankt wird mit den Tankkarten des Anbieters.

Über die finanziellen Anreize soll auch für die Umwelt etwas getan werden. "Es muss oft erst individuelle Vorteile geben, bevor ein Umdenken einsetzt. Auf lange Sicht ändert sich bei vielen dann aber auch das Fahrverhalten im umweltbewussten Sinn", sagt Kählert. Der Lübecker ist selbst überzeugter Car-Sharing-Nutzer: "Dahinter steckt durchaus eine gehörige Portion Idealismus."

Weitere Informationen: www.stattauto-kiel.de

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erstellt am 20.Apr.2013 | 03:59 Uhr

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