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Kiel

10. Dezember 2016 | 06:07 Uhr

Grossveranstaltung an der Förde? : Start frei für die „Special Olympics“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für Mai 2018 sind an der Förde die Nationalen Wettkämpfe geistig behinderter Sportler geplant. Die Verhandlungen mit der Stadt laufen, bis zum Frühjahr sollen alle technischen, logistischen und finanziellen Fragen geklärt werden. Immerhin werden pro Nacht mindestens 8500 Betten benötigt.

Nach den Olympia-Vorbereitungen ist vor den Olympia-Vorbereitungen. Die Stadt befindet sich gegenwärtig in engen Gesprächen mit der Organisation Special Olympics Deutschland. Diese SOD hat 40  000 Sportler mit geistiger Behinderung in ihren Reihen, sie will im Frühjahr 2018 ihre Nationalen Spiele an der Förde abhalten – und hat deshalb bei der Stadt angeklopft. Etwa 4500 Athleten werden an den Start gehen. Rechnet man Trainer, Betreuer, Familienangehörige Helfer, Schiedsrichter und ausländische Gäste hinzu, ist mit 12  000 Gästen oder mehr zu rechnen. Der Bedarf an Betten liegt bei mindestens 8500 pro Nacht.

Das bedeutet eine riesige logistische Herausforderung für die Stadt. Sporthallen und Stadien müssen bereitgestellt werden, auch die Verpflegung und Versorgung mus sichergestellt werden. Es muss ausreichend Parkplätze geben und wohl auch einen regelmäßigen Bus-Pendeldienst zu den Wettkampfstätten. Gegebenenfalls sind Hotelbetten in ausreichender Anzahl zu blocken, auch an den Aufbau einer Zeltstadt ist gedacht.

Wo genau die Special Olympics – nicht zu verwechseln mit den Paralympics für Körperbehinderte – in Kiel stattfinden könnten, steht noch nicht fest. Laut der Mitteilung von Stadtrat Gerwin Stöcken an den Ausschuss für Schule und Sport ist die Woche vom 14. bis zum 18. Mai 2018 als Wettbewerbszeitraum im Gespräch, es wird zudem eigene Eröffnungs- und Abschlussfeiern geben. Ungeklärt ist zurzeit aber noch, inwieweit hiesige Vereine während der Special Olympics mit Einschränkungen für den eigenen Sportbetrieb leben müssen. Bekanntlich ist das Angebot an Trainingszeiten überall knapp.

Die Organisation SOD benennt in ihren Infos für die Stadt auch die Kosten. Mit schätzungsweise 1,8 Millionen Euro schlagen Vorbereitung und Durchführung zu Buche. Den Löwenanteil von 1,5 Millionen Euro will die SOD mit ihren Partnern übernehmen, die fehlenden 500  000 Euro könnten vom Land komme. Aber darüber ist noch zu verhandeln. Ein paar Monate hat Kiel Zeit, alle offenen Fragen zu klären und etwa auch Feuerwehr, Bundeswehr und Technisches Hilfswerk in die Organisation einzubinden. Die SOD möchte im Frühjahr 2017 den Vertrag mit der Landeshauptstadt unterzeichnen. Wenn alles gut geht, soll nämlich bereits am 9. März 2017 zum Abschluss der Nationalen Winterspiele in Willingen die Kieler Flagge hochgezogen werden. Wie es bei Olympischen Spielen eben so üblich ist.  

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Die Idee zu den Special Olympics (SO), einer Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung, stammt aus den 60er-Jahren. Initiatorin war Eunice Kennedy-Shriver, die Schwester von US-Präsident John F. Kennedy. Heute ist SO mit über vier Millionen Athleten in 170 Ländern vertreten. Special Olympics Deutschland kam 1991 hinzu, mit seinen gut 40  000 Sportlern ist der Verband auch Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund. Hierzulande finden jährlich knapp 200 SO-Veranstaltungen statt, Höhepunkte sind – nach olympischen Vorbild – die Nationalen Spiele im Sommer oder Winter. Angebote für behinderte Sportler gibt es in 26 Sportarten. Die Palette reicht von Badminton und Basketball über Golf und Radfahren bis zum Kraftdreikampf und dem Voltigieren.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 21:59 Uhr

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