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Stadtregionalbahn bleibt heißes Eisen

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Befürworter des Großprojektes organisierten die erste Förderkonferenz mit Fachvorträgen und Diskussionsrunde / Rund 70 Gäste kamen ins KITZ

Kiel | Kommt sie nun oder kommt sie nicht? Die Stadtregionalbahn (SRB) ist derzeit zwar nicht vom Tisch, aber so richtig darauf ist sie auch noch nicht. Der Förderverein Stadtregionalbahn lud jetzt ins Kieler Technologiezentrum (KITZ) zu einer ersten Förderkonferenz ein. Rund 70 Gäste waren gekommen, um den Vortrag von Prof. Carsten Gertz von der Technischen Universität Hamburg zum Thema "Mobilitätstrends 2020" zu hören und sich vom Geschäftsführer der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) Bernhard Wewers über den aktuellen Sachstand und den Finanzierungsrahmen informieren zu lassen. Anschließend wurde gemeinsam mit den beiden Referenten sowie mit Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Verkehrsministerium des Landes, und Patrick Hollmann vom Verein "Pro Stadtregionalbahn" diskutiert.

Wohl selten war ein Projekt in der Kieler Bevölkerung so mit Ressentiments beladen wie die geplante Stadtregionalbahn. Für die Mitglieder des Fördervereins, überwiegend Unternehmen aus der Region und mit Bahnen und Schienenverkehr befasst, ist das unverständlich. "Mit der SRB wird sowohl der Wirtschaftsstandort als auch der Wissenschafts- und der Tourismusstandort Kiel gestärkt und an Attraktivität gewinnen", sagte Reinhold Hundt vom Vorstand des Fördervereins und wies darauf hin, dass sich zurzeit weltweit etwa 120 Stadtbahnen im Bau befinden. Gertz betonte, dass eine frühzeitige und umfangreiche Bürgerbeteiligung unbedingt notwendig sei, steht einem Bürgerentscheid selbst aber skeptisch gegenüber. Dabei gebe es nur die Alternativen "Ja" oder "Nein", dazwischenliegende Abwägungen seien hingegen nicht möglich. In seinem Vortag hob Gertz auch die soziale Komponente im Zusammenhang mit der Verkehrsentwicklung hervor.

Hinsichtlich der Finanzierung der SRB machte LVS-Geschäftsführer Wewers deutlich, dass den immensen Kosten für das Projekt die positiven regionalwirtschaftlichen Aspekte gegenüberstehen. Die SRB steigere nicht nur die Mobilität in der Region, sie sei zudem ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz im Verkehrsbereich. Die Baukosten in Höhe von gut 380 Millionen Euro werden getragen vom Bund, vom Land, von Eisenbahnunternehmen und im Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) von einem privaten Investor. Die Betriebskosten in Höhe von jährlich 13,9 Millionen Euro sollen sich das Land (6,1 Millionen Euro), die Stadt Kiel (4,7), der Kreis Plön (1,2), der Kreis Rendsburg-Eckernförde (1,6) und die Stadt Neumünster (0,3) teilen. "Die SRB ist ein Leitprojekt der Region, das zwar teuer, aber seinen Preis wert ist", sagte Wewers.

Diskutiert wurde anschließend unter anderem über Fragen der Finanzierung, über Vor- und Nachteile der Bahn für die Region und über die Bürgerbeteiligung. "Das Projekt Stadtregionalbahn muss für den Bürger transparent gemacht werden", betonte Nägele. Und genau da soll sich laut Kirsten Kock vom Vorstand des Fördervereins bald etwas tun: "Eine groß angelegte Info-Kampagne der StadtKiel für die Bürger ist bereits beschlossen worden." Es sei, darin waren sich alle einig, ein großes und schwieriges Projekt, bei dem alle Beteiligten an einem Strang ziehen und die Ressentiments einiger Bürger akzeptieren müssen. Daher sei es wichtig, mit den Menschen zu reden, um sie für das Projekt SRB zu gewinnen.Hinweis: Die zweite Förderkonferenz findet am Donnerstag, 12. September, um 15.45 Uhr im KITZ, (Schauenburger Straße 116) statt. Weitere Informationen unter www.stadtregionalbahn.org und www.stadtregionalbahn-kiel.de

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erstellt am 05.Jun.2013 | 03:59 Uhr

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