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Kiel

04. Dezember 2016 | 02:52 Uhr

Neue Kinderausstellung : Spielerische Spurensuche im Museum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren gibt es einen neuen Ausstellungsbereich in der Kieler Fischhalle mit dem Fokus auf maritime Stadtgeschichte.

Wie vermittelt man Schulkindern die Stadtentwicklung und so schwierige Aspekte wie Revolution und Krieg? Das Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum wagt sich mit einer neuen Kinderausstellung in der historischen Fischhalle an diese Themen heran. Leitmotiv ist die Geschichte der Hafenstadt Kiel – von der Stadtgründung bis in die Zukunft. Denn die Kinderecke soll inhaltlich an die Dauerausstellung in der Fischhalle anknüpfen.

Drei interaktive „Leuchttürme“ in Rot, Blau und Gelb sowie ein gemütliches Lesepodest vor einer Grafikwand bilden die zentralen Elemente in dem kleinen Raum. Sinne und Verstand werden hier gefordert. „Es ist ein Versuch, viel anzubieten“, sagt Ausstellungsarchitektin Eva Stankowski. Und sie ergänzt: „Wir sind ja kein Bälleparadies. Man muss lesen und mitdenken.“

In der Tat kommt der farbenfroh in Blau- und Grüntönen gehaltene Bereich informativ-anspruchsvoll daher. Das liegt an der Grafikwand, die chronologisch bedeutsame Daten der Stadtentwicklung Kiels abbildet. Auflockernd wirken comicartige Details wie Spruchblasen mit Geschichts-Häppchen – nie länger als eine SMS – sowie scherenschnittartige Figuren.

Kleine Museumsbesucher werden aber auch spielerisch-leicht an Aspekte wie Stadtrecht, Hanse und Umschlag, Kanalbau oder auch die Kieler Woche, die Olympischen Segelwettbewerbe und die Fährverbindungen in den Ostseeraum herangeführt: mit Hilfe von duftenden Flascheninhalten etwa. So können junge Gäste sich an der „Riechstation“ über ihre Nase den Ostseeanrainer-Staaten nähern. Schwedens holziger Duft liegt in der Dominanz eines bekannten Möbelhauses begründet. In Litauen wird viel mit dem Gewürz Kümmel gekocht. Bei Finnland denken die Ausstellungsmacher an Sauna – aus der Bügel-Flasche entströmt ein Wacholder-Aroma, das an einen Sauna-Aufguss erinnert. Mit Puzzle-Teilen, Schablonen und Lupen oder über Elemente wie einen digitalen Bildschirm und Gucklöcher, die einen dreidimensionalen Blick auf Stadtbilder ermöglichen, können die Kinder einschneidende Ereignisse, die das Stadtbild verändert haben, nachvollziehen.

Innerhalb von eineinhalb Jahren hat ein fünfköpfiges Team um Museumsleiterin Doris Tillmann den Kinderbereich gestaltet (Kosten insgesamt: rund 15  000 Euro), den die Frauen gestern vorstellten. Fest stand laut Doris Tillmann: „Beim Thema Krieg wollten wir nicht ins Spielerische abgleiten.“ Den Kindern soll vor allem verdeutlicht werden, welche Auswirkungen der Zweite Weltkrieg auf die Stadt hatte. Matrosenaufstand und Revolution sollten schon wegen des bevorstehenden 100-jährigen Jubiläums im Jahr 2018 Bestandteil sein. Über Info-Karten mit Motiven wie der Roten Flagge können Kinder sich an das Thema herantasten. Museumschefin Tillmann: „Ich bin gespannt, wie das angenommen wird.“

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erstellt am 09.Jun.2016 | 06:58 Uhr

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