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Kiel

10. Dezember 2016 | 21:31 Uhr

Flüchtlingsheim : Sexueller Missbrauch eines Vierjährigen: Ein Angeklagter wieder frei

vom

Der 29-Jährige war wegen Beihilfe angeklagt. Er soll Schmiere gestanden haben, als sich der Hauptangeklagte an dem Jungen vergangen haben soll.

Kiel | Im Kieler Prozess um den sexuellen Missbrauch eines vierjährigen irakischen Jungen in einer Flüchtlingsunterkunft in Boostedt ist ein wegen Beihilfe angeklagter 29-Jähriger wieder auf freiem Fuß. Das Kieler Landgericht sehe keinen dringenden Tatverdacht gegen den Mann mehr und habe den Haftbefehl aufgehoben, teilte das Gericht am Mittwoch mit.

Die Richter entsprachen damit dem Antrag des Verteidigers. Nach dessen Angaben wurde sein Mandant von dem achtjährigen Bruder des Opfers nicht wiedererkannt. Zudem soll der Junge Aussehen und Kleidung des Angeklagten unzutreffend beschrieben haben. Auch das angebliche Tatmesser, mit dem der 29-Jährige den Jungen bedroht haben soll, und andere belastbare Beweise fehlten.

Laut Anklage stand der 29-Jährige Schmiere, während sich ein 22-jähriger Landsmann auf der Toilette der Landesunterkunft in Boostedt an dem Kind verging. Die Darstellung des Angeklagten, er habe dem Vierjährigen nur auf die Toilette helfen wollen, erscheine angesichts der DNA-Spuren als sehr unwahrscheinlich, sagte ein Sachverständiger. Der mutmaßliche Täter und der wegen Beihilfe Mitangeklagte stammen aus Afghanistan, das Opfer aus dem Irak.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 17:46 Uhr

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